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Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

Unten lesen Sie eine Diskussion über das Thema Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal] in der Rubrik Nachrichten aus Portugal, Teil der Kategorie PortugalForum. Der/die Autor(in) schreibt: Die sozialistische Oppositionspartei PS im portugiesischen Parlament will gegen den Haushalt für das Jahr 2013 stimmen, selbst wenn die Regierung auf den umstrittensten Bestandteil, die Erhöhung der Sozialversicherungs-Beiträge, verzichten würde. ...

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Alt 19.09.2012, 04:36   #1
Portugal-News
hat noch nix
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Standard Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

Die sozialistische Oppositionspartei PS im portugiesischen Parlament will gegen den Haushalt für das Jahr 2013 stimmen, selbst wenn die Regierung auf den umstrittensten Bestandteil, die Erhöhung der Sozialversicherungs-Beiträge, verzichten würde. Das kündigte PS-Chef António Seguro an. Inzwischen haben sich Wirtschafts-Professoren der Universitäten Minho und Coimbra mit der umfangreichen Mehrbelastung befasst, die ab 2013 gelten soll, und dabei ausgerechnet, dass die Maßnahme nicht, wie beabsichtigt, Kosten bei den Unternehmen spare und zur Schaffung von fünfzigtausend neuen Arbeitsplätzen beitragen werde, sondern im Gegenteil zum Verlust von mehr als sechzigtausend Stellen führen könne. Dies bedeute ferner, dass derzeit Arbeitslose keine Stelle fänden und die Langzeit-Arbeitslosigkeit in Portugal langfristig hoch bleiben werde.... ->Weiterlesen

Geändert von Iris_K (19.09.2012 um 09:27 Uhr)
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Alt 19.09.2012, 09:48   #2
Iris_K
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Standard AW: Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

Nur zu Erklärung für alle die nicht in Portugal arbeiten:
Zur Zeit zahlt der Arbeitgeber 23,75% des Gehaltes an Sozialabgaben und der Arbeitnehmer 11%.
Segurana Social

Die Regierung will (oder die Troika verlangt, wer weiß das schon) nun eine sog. "taxa social unica", eine einheitliche Sozialabgabe von Arbeitnehmern und Arbeitgebern von 18% einführen.
Das bedeutet für die Arbeitnehmer ein Minus von 7% des Nettogehaltes...
Die Sozialabgaben fallen, auch bei niedrigen Gehältern an, so das auch Arbeitnehmer die nur den Mindestlohn erhalten davon betroffen sind. Bei einem Mindestlohn von 485 hat man bislang Netto 431,65 € ausgezahlt bekommen und erhielte dann künftig nur noch 397,70 €.

Simulador de Salário líquido para 2012 | Suaves prestações...

LG
Iris
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Alt 19.09.2012, 11:06   #3
Jota
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Standard AW: Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

Zitat von Iris_K Beitrag anzeigen
Die Regierung will (oder die Troika verlangt, wer weiß das schon) nun eine sog. "taxa social unica", eine einheitliche Sozialabgabe von Arbeitnehmern und Arbeitgebern von 18% einführen.
Das ist nicht ganz richtig, Iris. Die Troika verlangte lediglich die Reduzierung des TSU-Anteils der Arbeitgeber. Die gleichzeitige Anhebung des TSU-Anteils der Arbeitnehmer war, auch wenn das in der portugiesischen Presse anders dargestellt wird, eine saublöde und exklusive Idee der PSD-Regierung.


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Alt 19.09.2012, 11:30   #4
Iris_K
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Standard AW: Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

An sich ist die Maßnahme ja vielleicht schon sinnvoll, ist das nicht in den meisten anderen Ländern auch so das sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Sozialabgaben teilen.... allerdings müsste es für Gehälter unter 1500 €/Monat einen Ausgleich geben, damit der Nettolohn gleich bliebe, alles andere ist einfach in diesen Zeiten nicht tragbar.....

Iris
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Alt 19.09.2012, 12:45   #5
Jota
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Standard AW: Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

Zitat von Iris_K Beitrag anzeigen
An sich ist die Maßnahme ja vielleicht schon sinnvoll, ist das nicht in den meisten anderen Ländern auch so das sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Sozialabgaben teilen.... allerdings müsste es für Gehälter unter 1500 €/Monat einen Ausgleich geben, damit der Nettolohn gleich bliebe, alles andere ist einfach in diesen Zeiten nicht tragbar.....

Iris
Selbst in einigen der reicheren europäischen Länder zahlen die Arbeitnehmer nicht so viel. Es ist von der PSD-Regierung einfach unseriös, auf Beispiele wie Deutschland zu verweisen, wo das Durchschnittseinkommen schon jetzt 3,5 Mal so hoch ist wie das portugiesische. Als Referenz wird Deutschland immer nur dann gewählt, wenn es darum geht zu zahlen, aber nicht wenn es um das Erhalten von Leistungen geht! Die TSU ist ja eine Gebühr, die du für eine Leistung zahlst. Und jetzt 64% mehr für 50% weniger Leistung zu zahlen, ist einfach der Hammer. Das ist so, als ob du nun für einen halben Liter Milch 1,64 € zahlen müßtest, während du früher für einen Liter 1 € gezahlt hast. Es ist in Wahrheit nämlich keine 64-prozentige Steigerung, sondern eine 128-prozentige!

Einen verzweifelten, aber halbherzigen Rückruderversuch soll es ja jetzt geben: Angeblich sollen alle Gehälter bis 700 Euro nun von der Maßnahme verschont bleiben. Too little, too late.

Und von den armen "Recibo Verde"-Sklaven spricht mal wieder kein Schwein: die sollen demnächst dann statt 29,6% sogar 30,7% an eine Sozialversicherung abführen, deren Leistungen sie im Gegenzug kaum in Anspruch nehmen können.


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Alt 19.09.2012, 12:52   #6
HenryHill
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Zitat von Jota Beitrag anzeigen
Die gleichzeitige Anhebung des TSU-Anteils der Arbeitnehmer war, auch wenn das in der portugiesischen Presse anders dargestellt wird, eine saublöde und exklusive Idee der PSD-Regierung.
hi
well, diese idee spukt in der portugiesischen politik ja bereits seit zwei jahren herum; urspruenglich sollte die TSU-senkung auf der arbeitgeberseite durch eine anhebung der mehrwertsteuer finanziert werden.

Zitat von Iris_K Beitrag anzeigen
An sich ist die Maßnahme ja vielleicht schon sinnvoll, ist das nicht in den meisten anderen Ländern auch so das sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Sozialabgaben teilen..
so wie vom coelho vorgeschlagen gibt es diese loesung noch nicht in der praxis und die effektivitaet dieser massnahme (primaer die verminderung der arbeitlosigkeit) wird bereits in einer portugiesischen studie zur sache stark bezweifelt; nach dem autor werden dadurch im extremfall >60tsnd arbeitnehmer ihren job verlieren.

grez
henry
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ATTENTION: it is imperative that when one inflicts any of the above abuse, it must be done with extreme superciliousness, else its just not gonna work.
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Alt 19.09.2012, 13:30   #7
Iris_K
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Zitat von HenryHill Beitrag anzeigen

so wie vom coelho vorgeschlagen gibt es diese loesung noch nicht in der praxis und die effektivitaet dieser massnahme (primaer die verminderung der arbeitlosigkeit) wird bereits in einer portugiesischen studie zur sache stark bezweifelt; nach dem autor werden dadurch im extremfall >60tsnd arbeitnehmer ihren job verlieren.

grez
henry
Hmmm und womit begründen die den voraussichtlichen Verlust der vielen Arbeitsplätze? Weil die Leute dann lieber schwarz arbeiten gehen?

LG
Iris
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Alt 19.09.2012, 15:38   #8
bonnie
Es gibt keine Wahrheit ,alles ist erlaubt.
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bonnie wird schon bald berühmt werden
Standard AW: Experten streiten um Abgaben [quelle: Perspektive Portugal]

hallo,
der arbeitgeber anteil ,der sozialen abgaben,
sollte als teil des lohnes gesehen werden.
denn nichts anders ist er.
eine 8 % senkung ist nichts anders als ein absenkung des lohnes um 8%.

soziale beiträge haben einen sinn,
sie sollen bestimmte aufgaben finazieren.

schenkt der gesetzgeber nun den arbeitgebern 8%,
fehlen diese für die aufgaben ,
die sie finazieren sollen.

müssen also entweder vom arbeitnehmer aufgebrscht werden ,
oder von allen gemeinsam über steuern.
also von uns.

wir sollten es also so sehen wie es ist.

es ist eine weitere 8% lohnsenkung auf kosten der arbeitenden bevölkerung.

sollten die arbeiter nun auch noch die 8% von ihrem lohn mehr zahlen,
so ist es eine lohnsenkung um 16%.

oder dei allgemeinheit zahlt ,
also wir
die 8% in form von neuen steuern.
bonnie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2012, 17:14   #9
Jota
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Zitat von Iris_K Beitrag anzeigen
Hmmm und womit begründen die den voraussichtlichen Verlust der vielen Arbeitsplätze? Weil die Leute dann lieber schwarz arbeiten gehen?

LG
Iris
Mit der nochmals deutlich verminderten Kaufkraft der Leute, die wiederum zu Unternehmensschließungen und folglich Entlassungen führen wird. Die genannte Zahl (es war von zwischen 30.000 und 60.000 die Rede) scheint mir zwar ein wenig zu hoch angesiedelt, aber daß die Maßnahme in der ursprünglichen Form definitiv negative Auswirkungen haben würde, kann ich dir garantieren. Angeblich haben das Autohändler und Immobilienmakler auch sofort gespürt: zumindest behaupteten sie, daß in der Woche nach der Ankündigung ungewöhnliche viele Interessenten wieder abgesprungen wären und Kaufverträge storniert hätten.


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Alt 20.09.2012, 11:09   #10
Iris_K
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Hier noch ein paar aktuelle Medienberichte:
Wirtschaft: Die Portugiesen verlieren die Geduld | SÜDKURIER Online

Portugal im Härtetest - NZZ.ch, 17.09.2012

Portugiesen platzt der Kragen | Telepolis

Anscheinend rudert der PM ein bisschen zurück und kündigt an für alternativen zur Erhöhung der Sozialabgaben offen zu sein....

Passos disponível para substituir subida da TSU | Económico
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