11.03.2012, 03:51
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PortugalNews
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Rücklagen [quelle: Perspektive Portugal]
Neunzig Prozent des Sparvermögens in Portugals Banken wurden von zwanzig Prozent der Familien zusammengetragen. In kaum einem Land befindet sich das Gesparte in so ungleichen Besitz-Verhältnissen. Hinzu kommt das schwindend geringe Gesamtvolumen angesparten Vermögens: Im Jahr 1985 entsprach die Sparmenge 24 Prozent der verfügbaren Einkommens, seit Ende der 1990er Jahre sind dies nur noch zehn Prozent. Der Verband der Versicherer (Associação Portuguesa de Seguradores) hat eine Untersuchung durchgeführt, die gleichzeitig ergab: Drei von zehn Familien geben mehr aus als sie einnehmen. Bei der Verteilung ihres Einkommens seien Portugals Verbraucher eher bereit, weniger zu sparen als den Konsum zu senken.
Die Autoren der Studie erklären, es gebe einen Zusammenhang zwischen Finanzkrise und Sparverhalten – alle Länder mit hohen Staatsschulden verzeichnen demzufolge niedrige und weiter deutlich rückläufige private Rücklagen. Es müsse eine "echte Erziehung der Bevölkerung zum Verständnis des Sparens" erfolgen. Spargroschen auf der Bank verschaffen Geldinstituten Spielraum für Investitionen, etwa zur Förderung des Exports. Es sei wünschenswert, wenn die Politik jede Entscheidung auch unter dem Gesichtspunkt treffe, welche Auswirkungen sie auf das Sparverhalten habe. Die Autoren prognostizieren zwar einen leichten Anstieg des Sparvolumens in den kommenden Jahren, weil Kürzungen im Gesundheitswesen und in der Familienpolitik, sowie erschwerte Kreditbedingungen die Menschen an die Notwendigkeit von finanziellen Reserven für Notfälle erinnerten. Doch sei dies der falsche Anreiz. Zur Bewusstseins-Bildung müsse der Staat Programme fördern, die zum Sparen anregen, statt Sparen unattraktiv zu gestalten und potenzielle Sparer durch Streichung von Boni und Freibeträgen abzuschrecken.
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Geändert von Ellen (11.03.2012 um 17:37 Uhr)
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