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Unten lesen Sie eine Diskussion über das Thema Schmiergeld in Portugal - immer noch? in der Rubrik Bauen + Renovieren in Portugal, Teil der Kategorie Leben in Portugal. Der/die Autor(in) schreibt: Schmiergeld in Portugal…..immer noch? Anfang der 90-er kauften wir eine Ruine in Portugals Norden. Wir machten Zeichnungen, wie es mal aussehen sollte und planten den Ablauf des Aufbaus in Etappen, ...
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#1 |
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eusebio
ist zufrieden!
Lusitano
Registriert seit: 28.10.2009
Ort: Ponte de Lima - Cabração
Beiträge: 4.620
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Schmiergeld in Portugal…..immer noch?
Anfang der 90-er kauften wir eine Ruine in Portugals Norden. Wir machten Zeichnungen, wie es mal aussehen sollte und planten den Ablauf des Aufbaus in Etappen, je nachdem, wie wir Geld zur Verfügung hatten, aber so dass der Rohbau nach 3 Jahren fertig sein sollte. Also Baufirma beauftragt und Bauaufseher. Bis auf kleinere Probleme, z. B. war keine Wand rechtwinkelig, oder die Abmessungen stimmten nicht, weil es da damals noch keinen Normmeter gab, klappte alles recht gut, vor allem wohl weil wir alles schwarz auf weiss festhielten und beim nicht Einhalten der vereinbarten Termine Geldabzug vereinbarten. Nach drei Jahren fingen wir in eigener Regie den Innenausbau an und schleppten sämtliches Material, wie Türen, Fenster, Klos, etc. runter in Begleitung von 2 uns bekannten Polen, die uns halfen bei dem Bau. Nach Abschluss, wurde vom Schreiner die Küche und die Treppe gebaut und eingebaut und der Elektriker schloss die Geräte an. Es war fertig! Eines Tages meldet sich die Camera, wir sollen doch nach Fontão kommen in ein Restaurant und umgerechnet 1000 Mark mitbringen, denn wir hätten Schwarzarbeiter beschäftigt und ohne Architekt gebaut. Hopla. Da ich mir nicht sicher war, ob ich auch alles richtig verstanden hätte und auch um einen Zeugen zu haben, baten wir unseren Schreiner (heute unser Freund) uns doch zu begleiten. Er grinste nur und gab uns die Empfehlung ein Schreiben auf zu stellen, dass mit dem Betrag alles abgegolten wäre und nichts mehr nachkommen würde. Mein Mann war beunruhigt und steckte zu dem Termin noch ein Videogerät ein, was zwar nicht funktionierte, aber auf jeden Fall Eindruck machen würde. Beim Termin war der Beamte der Camera alleine! Er zog ein paar Papiere aus seiner Tasche und erklärte noch mal den Vorwurf. Der Schreiner erklärte, dass die Polen Familie wäre und damit also keine Schwarzarbeit geleistet wurde. Das Bauen ohne Genehmigung und Architekt, oké, das könnten wir nicht abstreiten, aber der Preis sollte runter. Daraufhin erzählte er Geschichten aus Angola und er brauche das Geld. Wir einigten uns auf 800 Mark. Er unterschrieb den ausgefertigten Schrieb und mein Mann zeigte ihm zum Schluss noch das kaputte Video, also alles festgehalten und es solle ja nix mehr nachkommen. Er versicherte, dass in unserer Akte alles als "ordnungsgemäss verlaufen" erscheinen würde. Es kam nichts mehr nach! Nur meine Frage: Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht, oder gibt es so was immer noch? wartet auf wärmere Tage |
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#2 |
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HenryHill
conducts a deep philosophical inquiry into the
nature of fucking infinite human stupidity.
Lusitano
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: Lisbon/Frankfurt/Bern
Beiträge: 2.285
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hi,
vielleicht gleich zu beginn der kurze hinweis auf die berichterstattung der portugiesischen (presse)medien zum thema; da vergeht inzwischen doch kaum noch ein tag ohne direkten hinweis auf die problematik korruption/schmiergeld etc.; d.h. auf die fragestellung im thread titel muss hier eindeutig mit 'ja' geantwortet werden. ohne jetzt naeher auf die juristischen details deiner geschichte einzugehen- da machen sich m.e. alle anwesenden/mitwirkenden irgendwie strafbar, erscheint mir der chronologische ablauf des korruptions aktes etwas ... weil, im normalfall schmiert mann das rad doch vor der reise, oder? insgesammt laesst sich im jahr 2009 des herrn der wohl wenig gewagte schluss ziehen, dass uns u.a. die sog. 'luvas', die schmiergeldzahlungen also, auch fuer das jahr 2010 als fester bestandteil des portugiesischen sozialen alltags sozusagen begleiten werden. und, ist das gut so? k.a. you tell me;-) henry
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ATTENTION: it is imperative that when one inflicts any of the above abuse, it must be done with extreme superciliousness, else its just not gonna work. |
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#3 |
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eusebio
ist zufrieden!
Lusitano
Registriert seit: 28.10.2009
Ort: Ponte de Lima - Cabração
Beiträge: 4.620
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im normalfall schmiert mann das rad doch vor der reise, oder?
Normalerweise schon, nur wenn man sich noch nicht auskennt, macht man das, was die Portugiesen dir sagen. Die Auskunft war: Es steht ein Haus da, also kannst du bauen....... Eigentlich wundert es mich schon, dass es weiterhin Gang und Gebe sein soll. Danke für deine Antwort! wartet auf wärmere Tage |
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#4 |
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RaiDitt
hat noch nix
Amador
Registriert seit: 29.09.2009
Beiträge: 25
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Hallo!
Scheint mir eine abenteuerliche Geschichte zu sein. Einem Beamten in einem Restaurant Geld überreichen! Ich finde nicht, dass das normal ist. Häufig ja, aber nicht die Regel. Hängt sicher auch von der Câmara ab und den Typen, die dort sitzen. Aber alles in allem war es ja ein guter Deal, vorausgesetzt, die offizielle Strafgebühr liegt höher . Solange der Herr Ingenieur keine weiteren Erpressungsversuche stellt, könnt ihr zufrieden sein. Wenn er's doch tut, dann wird's schwieriger, nachdem ihr bei dem Spiel mitgemacht habt. Grüsse RaiDitt |
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#5 |
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Caramelo
Hat ein neues Hobby
Lusitano
Registriert seit: 22.02.2009
Ort: Beja/Portugal
Beiträge: 2.633
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Also ich kenne da eine Geschichte die sich vor kurzem in unmittelbarer Nachbarschaft zu getragen hat. Ein Mann hatte vor 2 Jahren seine Papiere beantragt zu bauen, konnte aber aus fam. Gruenden jetzt erst anfangen. Das Bauamt kam wegen einem anderen Nachbarn. Durch Zufall sah der Mann vom Bauamt dass hier eine neue Baustelle ist und erkundigte sich wer der Bauherr ist. Bei der Kontrolle der Papiere sah man , dass die 2 Jahre abgelaufen waren, so dass man den Hausbau neu beantragen musste. Nun sollte er eine Strafe von 500.-- Euro bezahlen, da es aber ein alter Schulfreund vom Bauamt war, steckte er ihm 200.--Euro in die Hand und die Geschichte war erledigt.
Ein anderer Nachbar hatte auf seinem Grundstueck innerhalb von 6 Monaten ein Haus gebaut, aber Illegal, so dass er nun eine Strafe von 80.000.--Euro bezahlen muss, und dass bis Ende November 2009. Kann er dass nicht, muss er sein Haus wieder abreissen lassen. Als wir ihn fragten wieso er denn ohne Lizenz gebaut haette, meinte er nur, so wie er gebaut hat, haette er nie eine Genehmigung bekommen, So zahlt er lieber diese Strafe und hat sein Traumhaus. Uebrigens er besitzt eine Baufirma, muss sich also damit auskennen. Frueher hiess es immer, wenn dass Dach mal drauf ist, darf es nicht mehr abgerissen werden, dieses gilt aber seit einigen Jahren nicht mehr. Gruss Uschi |
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#6 |
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RaiDitt
hat noch nix
Amador
Registriert seit: 29.09.2009
Beiträge: 25
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Ja. Da gibt es sicher eine Menge von solchen Geschichten. Das zeigt doch nur, dass man am besten seine Genehmigungen ordnungsgemäss einholt. Wie man das beim Kauf z.B. eines Auto auch macht.
Wer die richtigen Freunde hat - den Rücken warm hat, wie es so schön auf portugiesisch heisst - ,kann sich natürlich einiges mehr erlauben. Grüsse RaiDitt |
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#7 |
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caracol
lebt hier gerne
Apaixonado
Registriert seit: 28.02.2009
Ort: Zentral-Portugal und denn links
Beiträge: 961
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Hier bei uns herrscht die landläufige Meinung, dass das Schmieren oder eben die Strafe wesentlich geringer ist, als alles ordnungsgemäß abzuwickeln. Und das ist auch (noch) so.
Gruß Susanne PS: Da bin ich aber wohl noch viel zu deutsch um irgendwo Scheine übern Tisch zu schieben. |
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#8 |
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RaiDitt
hat noch nix
Amador
Registriert seit: 29.09.2009
Beiträge: 25
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Was Susanne sagt, ist bestimmt richtig. Strafe zahlen ist oft billiger und macht weniger Aufwand.
Einen zusätzlichen Kamin auf dem Dach oder andere Umbauarbeiten, die nicht allzu sichtbar sind, aber genehmigt werden müssen, würde ich auch nicht melden. Aber ohne Baugenehmigung loszubauen ist eine ganz andere Sache. Das ist einfach ein zu grosses Risiko und man kann dann für Dritte schnell zur Zielscheibe werden. Selbst wenn man gute Beziehungen hat. |
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| architekt, bauen, elektrizität, fenster, küche, material, ruine, schloss, schmiergeld, tischler |
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