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Unten lesen Sie eine Diskussion über das Thema Windrad-Renovierung in der Rubrik Bauen + Renovieren in Portugal, Teil der Kategorie Leben in Portugal. Der/die Autor(in) schreibt: Ich habe hier im Forum Beschreibungen gelesen, wie deutsche "Handwerker" in Portugal arbeiten, da hätte ich auch was dazu zu schreiben. Einerseits eine Geschichte vom "Murks" und andererseits wie ich ...
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#1 |
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Klima-Asylant
friert grad nimma im Chiemgau
Admirador
Registriert seit: 16.05.2010
Ort: am Chiemsee
Beiträge: 69
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Ich habe hier im Forum Beschreibungen gelesen, wie deutsche "Handwerker" in Portugal arbeiten,
da hätte ich auch was dazu zu schreiben. Einerseits eine Geschichte vom "Murks" und andererseits wie ich es besser gemacht habe. Vor mehr als acht Jahren habe ich bei meiner Gastgeberin ihrem kleinen Windrad die Erregerspule erneuert. Es lief zufriedenstellend, bis nach einem heftigen Sturm die Lager von dem kleinen Propeller hinüber waren. So lag es da, als ich im Dezember zwotausendundacht dort ankam: ![]() Inzwischen sind die Lager und die Flügel erneuert und es wartet auf seinen nächsten Einsatz. Nach diesem Ausfall wurde damals ein größeres Windrad installiert, das wiederum jemand zu klauen versuchte. Dabei brachen die Glasfaserflügel ab und die Diebe ließen es liegen. Ein aus Deutschland stammender Elektriker machte ihr das wieder "ganz". Weil man aber solche Glasfaser-Rotorblätter nicht mehr als Ersatzteil bekam, hat er ihr Rotor-Ersatzblätter aus Flacheisen und Riffelblech angefertigt. Es funktionierte eine Weile und dann, ausgerechnet am zweiten Tag nach meiner Ankunft brach einer der Flügel ab und sauste in hohem Bogen durch die Luft: "tschieb, tschieb, tschieb". ![]() Wenn ich heute an das Geräusch denke, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. ![]() Der Flügel landete im Matusch und richtete keinen weiteren Schaden an, Glück gehabt. ![]() Hier ein Bild von der Bruchstelle am Rotorblatt: ![]() Man beachte auch die aerodynamische Wölbung des Rotorblattes. ![]() Jetzt war das ein windiger Tag und das "Restwindrad" lief weiter, ja, es eierte fürchterlich, aber es lief unvermindert weiter. Es zerrte an den Abspannseilen und polterte hin und her, es war nur eine Frage der Zeit, bis es sich losreißt und Schaden anrichtet. Wir mußten es stoppen ! Dazu bin ich mit einem Stock raus, habe ihn hingestreckt und bekam ihn brutal aus der Hand geschlagen. ![]() Da hörte ich den bayrischen Cowboy in mir sagen: "Ja so geht´s ned, des miaß´ ma mi´m Lasso eifanga!" So ging es dann: ![]() Durch die Wucht von dem abgefangenen Schwung hat sich die Verseilung wie auch die Verankerung des Mastes aus dem Fels gelöst Hallali Windradtod ! ![]() Da lag es nun. Es war ein sehr altes Teil, das war jetzt erst mal ein Entsorgungsproblem. Eine ganz besondere Spezialität will ich Euch jetzt zeigen. Ein Windrad hat normal einen Schleifring in der Gondel, bei dem der Strom vom beweglichen Teil auf den Mast übertragen wird. Diese Konstruktion hatte keinen solchen Schleifring, die Energie wurde direkt über ein dreiadriges Gummikabel herabgeführt. Da sich der Wind dreht, dreht sich das Kabel ein, so habe ich das Kabel aus dem Mast gezogen, ein Schmankerl: ![]() Auf meine Frage, ob es denn noch geladen hat, war die Antwort: "Schon ein paar Tage nicht mehr." Aus dem verwendeten dünnen Leiterquerschnitt konnte ich auf eine eher mangelhafte Ladeleistung schließen. Das kann man viel viel besser machen, diese Katastrophe weckte meinen Ehrgeiz, ich beschloß, mich bei meiner Gastgeberin nützlich zu machen und baute ihr ein neues größeres Windrad auf. Fortsetzung folgt. dann fahre ich wieder los |
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#2 |
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fonte cigana
hat noch nix
Entusiasta
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: zwischen HH und HL
Beiträge: 1.364
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ich versteh zwar absolut nix von windrädern, aber bevor du auf die idee kommst, nicht weiterzuschreiben, weil keine resonanz kommt, nun:
resonanz!! ich habs gelesen!! und daß das kabel nicht mehr in vertrauenswürdigem zustand ist, kann sogar ich erkennen;-) ich les einfach gern, wie du schreibst und vielleicht kann ich ja sogar noch was zum thema windräder lernen.. |
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#3 |
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Bia
hat noch nix
Lusitano
Registriert seit: 11.02.2009
Beiträge: 2.418
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Ich schliesse mich dem statement meiner Vorrednerin an, schreib bitte weiter!
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#4 |
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fragola
hat noch nix
Admirador
Registriert seit: 11.12.2009
Ort: Schweiz
Beiträge: 153
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ich bin auch auf die fortsetzung gespannt
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#5 |
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fonte cigana
hat noch nix
Entusiasta
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: zwischen HH und HL
Beiträge: 1.364
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na also--- warum denn nicht gleich so...
muss denn immer einer den anfang machen, bevor andere was sagen ? ![]()
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#6 |
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Bia
hat noch nix
Lusitano
Registriert seit: 11.02.2009
Beiträge: 2.418
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#7 |
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fonte cigana
hat noch nix
Entusiasta
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: zwischen HH und HL
Beiträge: 1.364
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#8 |
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Klima-Asylant
friert grad nimma im Chiemgau
Admirador
Registriert seit: 16.05.2010
Ort: am Chiemsee
Beiträge: 69
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Danke für die Resonanz.
Ich dachte eigentlich, etwas Nützliches zu schreiben, daß es für Euch auch unterhaltsam ist, ehrt mich. ![]() Der Mast von dem kleinen Windrad am Anfang des ersten Beitrags war noch gut, die Leistungsanforderung war gestiegen, ein Laptop war angeschafft worden, so sollte es ein neues größeres Windrad werden. Beim Solarfachhandel bei Grandola bekam ich ein deutsches Produkt. Allerdings passte die Aufnahme nicht genau ins Rohr, ein Adapterstück mußte angefertigt werden. Auch gefiel mir die Vorstellung nicht, daß so eine kurze Aufnahme durch die enormen hebelwirkenden Kräfte ein Rohrende trompetenförmig aufbiegen würde. Das Adapterstück sollte auch noch den Zweck erfüllen, die Windradaufnahme dauerhaft wackelfrei zu halten, aber auch genau so wackelfrei im Mastrohr zu sitzen. Die Rohrstückelung beim ersten Bild zeigt wie man es nicht macht, das Rohr im Rohr war locker und hat bei Wind gelärmt. "Um Peso de adapsau" Mein deutscher Freund hier sagte erfreut das läßt sich machen, hier in Portugal sind die "Dreherstunden" enorm günstig. So fuhren wir mit dem Windrad zu einem Dreher in Grandola, der hatte auch noch so ein dickwandiges Rohr herumliegen, das er passend bearbeitet hat. Der Mann hat gut, ja sehr präzise gearbeitet. ![]() Er hat an dem kurzen Stück am Windradfuß, das im Mast stecken sollte den Lack abgekrazt um es sehr genau passend zu machen und es ging auch spielfrei hinein, daß man es gar nicht mehr festschrauben müßte. ![]() Das ganze Gebilde ![]() Jetzt ein paar Details, er hat ja wirklich sehr sauber gearbeitet ![]() Hier sieht man gut, wieviel er von dem Aussendurchmesser abdrehen mußte, damit es ins Mastrohr passt. ![]() Als wir es abholten, staunten wir nicht schlecht, so hoch die Qualität, so hoch der Preis 150€ Als ihn mein Freund fragte, wie denn der hohe Preis zustande käme, meinte er breit grinsend, er arbeite mit teurem deutschen Werkzeug. Nach dem Verzinken und Einpassen sah es dann so aus: ![]() Wer genau hinschaut, sieht im abgedrehten Teil eine Nut, die ich mit der Flex mit einer Trennscheibe eingarbeitet habe. Diese Nut braucht es, um der Naht, innen am Rohr rechts oben, aus zu weichen. ![]() An was man alles denken muß, tz tz tz. Man sieht hier noch die alten Leitungen, zwei mal zehnquadrat. Das neue Windrad braucht mehr Querschnitt, weil mehr Leistung. Damit die Schrauben das Kabel im Inneren nicht beschädigen, gibt es zwei Methoden, alentejano, man nimmt was man hat und begrenzt die Einschraubtiefe mit Kontermuttern ![]() oder man sägt vorher schon die Schrauben auf das nötige Maß ab ![]() wie im unteren Teil des Adapters. Hier kann man auch sehen, wie das alte Windrad mit dem wackeligen Befestigungsrohr am Mastrohr gearbeitet und das Loch geweitet hat. dann fahre ich wieder los |
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#9 |
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Klima-Asylant
friert grad nimma im Chiemgau
Admirador
Registriert seit: 16.05.2010
Ort: am Chiemsee
Beiträge: 69
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Bevor man das zusammenfügt, muß man noch die Leitung verlängern
und das am Besten mit einer dicken Leitung, wegen der geringeren Verluste. Aus dem Windradunterteil kommen drei so dünne Enden mit vierquadrat, ![]() die möchte ich mit sechzehnquadrat verlängern. Dazu muß ich erst mal abisolieren ![]() die Enden zusammenstecken, man beachte die schon vorher aufgezogenen Schrumpfschlauchhülsen ![]() mit einem dünnen Draht zusammenwickeln, damit es beim Verlöten nicht verrutscht. ![]() Nach dem das wieder kalt ist, kann man den dünnen "Bindedraht" wieder abwickeln. Jetzt kann man diese Verbindungen isolieren, ![]() ich habe da Schrumpfschlauch mit Heißkleberfüllung verwendet. Diese Ende der Leitung wäre nun gut versorgt, wenden wir uns dem anderen Ende am Windradregler zu. Die Buchsen sind nicht mit normalen Bananensteckern oder üblichen Kabelschuhen zu benutzen, da müßte man jetzt wieder was Spezielles nachbestellen, warten, und hoffen, daß das richtige kommt. Das übliche Elend halt, nein, das will ich nicht erwarten können, da muß ich halt was anfertigen, wofür hat man mich denn auch in die Schule geschickt. ![]() Ein Stück Kupferrohr ist schnell gefunden und Kabelschuhe werden improvisiert. Stücke werden aus dem Rohr geschnitten und zurecht gemacht ![]() Die Leitung wird umschlossen und leicht gequetscht ![]() Nach dem Verlöten sieht das erst mal so aus ![]() Das kann man noch putzen ![]() und mit Schrumpfschläuchen sieht das doch professionell aus. ![]() Ach ja ein Bild vom Ganzen, den Blitzableiter hat ein Elektriker aus Deutschland gemacht, ein Anderer, wieder eine andere Geschichte. ![]() dann fahre ich wieder los Geändert von Klima-Asylant (24.11.2010 um 22:22 Uhr) |
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#10 |
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Klima-Asylant
friert grad nimma im Chiemgau
Admirador
Registriert seit: 16.05.2010
Ort: am Chiemsee
Beiträge: 69
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Ich habe dazu etwa einen Monat gebraucht,
für deutsche Verhältnisse unzumutbar langsam, aber für portugiesische Verhältnisse unsagbar schnell. Da bin ich echt stolz drauf. dann fahre ich wieder los Geändert von Klima-Asylant (24.11.2010 um 22:34 Uhr) |
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