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Unten lesen Sie eine Diskussion über das Thema persönlich verändert durch das Leben in Portugal? in der Rubrik Auswandern nach Portugal, Teil der Kategorie PortugalForum. Der/die Autor(in) schreibt: Ich denke in letzter Zeit häufig darüber nach, wie mich das Leben in Portugal verändert hat. Und ob da nun die positiven oder die negativen Seiten überwiegen. Natürlich kann ich ...
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#1 |
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Babuschkinha
freut sich auf Ende Mai und Urlaub!
Lusitano
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: São Brás de Alportel
Beiträge: 3.292
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Ich denke in letzter Zeit häufig darüber nach, wie mich das Leben in Portugal verändert hat. Und ob da nun die positiven oder die negativen Seiten überwiegen. Natürlich kann ich nicht so ganz abschätzen, wie sehr das Alter da auch noch eine Rolle spielt, ich nehme an, eine große.
Trotzdem, ich bin wohl schon um einiges selbständiger, selbstbewußter geworden, weil ich hier mehr kämpfen mußte - gerade am Anfang, ich verstand doch nur Bahnhof bei all dem Behördenkram, der damals auf uns einbrach! Wir wollten doch alles ordentlich und RICHTIG machen! Mann, was war ich manchmal verbissen! Ja - ich bin heute viel gelassener! (Naja, manchmal könnte ich bei der Gelassenheit so manch eines Mitmenschen schon an die Decke springen!) Ich fühle mich auch viel "freier" - ist lustig, denn viele meiner alten Bekannten aus Deutschland meinen, daß eher das Gegenteil der Fall sein müßte (die haben das Bild, in Portugal seien Frauen unterdrückt oder so ... man könne als Frau nicht allein in die Kneipe - da hab ich aber wirklich gegenteilige Erfahrungen gemacht!). Ich habe hier - möglicherweise ist da aber auch der Status "Ausländerin" dran schuld - eine gewisse Freiheit, Dinge tun zu dürfen, für die wäre ich in Deutschland wohl schon vor ein Gericht zitiert worden, weil einem Nachbarn nicht gefällt, wie ich mein Auto 3 Tage schief parke - weil´s halt grad nicht anders ging, wegen der Pakete in der Garage ... (naja, DAS war jetzt ein doofes Beispiel für Freiheit! ;D Leut, ich woll auch schon bestimmt vor einer Stunde ins Bett) Ich habe allerdings meinen Pünktlichkeitswahn abgelegt. Also echt, ich war soooo stolz darauf, IMMER PÜNKTLICH zu sein, ich war IMMER mindestens 5 - 10 Minuten VOR dem verabredeten Termin da! JETZT bin ich schon eher so, daß ich denke, der andere wird eh nicht pünktlich sein, dann kann ich ja auf dem Weg noch schnell dies und das und jenes besorgen ... naja, muß ich mir langsam wieder abgewöhnen, denn es kamen schon Beschwerden (sogar von Portugiesen ;D). Aber spätestens dann, wenn dir die EDP sagt, sie käme Montag um 10 und dann wartest du und wartest und dann ist Donnerstag früh, du gehst gemütlich frühstücken, verbringst den Tag am Strand, kommst abends happy erschöpft nach hause und findest den Zettel von der EDP - leider mich Donnerstag um 15 Uhr nicht angetroffen, Antrag bitte neu stellen - ja, spätestens dann, wenn dich eine BEHÖRDE so behandelt, da überdenkst du doch deinen Pünktlichkeitswahn, oder? Und sonst? Ich bin offener geworden, gehe mittlerweile auch auf wildfremde Menschen zu und quatsch drauflos - auch wenn ich alleine wo bin (sonst in Begleitung fällt mir das ja eh eher leicht), glaub auch irgendwie wendiger / fixer im Denken (wegen der Sprachen? - das ist jetzt so ein unausgegorener Gedanke), genieße viel mehr die Natur (lebe ja nun mittendrin!) ... ach, wie geht´s denn euch so? Was hat euch Portugal so beschert an glücklichen und weniger guten Eigenschaften? Geändert von Ellen (06.03.2010 um 19:14 Uhr) |
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#2 |
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CasaWistuba
..Obrigado Mae, porque sou Benfiquista :-)
Lusitano
Registriert seit: 11.02.2009
Ort: Vale da Telha
Beiträge: 4.409
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Na ja ich sage mal so,
dieses "jetzt mal Calma" habe ich glaube schon ganz gut intus, denoch ist es auf beruflicher Ebene wohl doch noch so, das meine Portugiesischen Kollegen immer froh sind, wenn der deutsche Ingineur, mal wieder für 1 - 2 Monate in Deutschland ist und es "endlich" wieder ruhiger wird. Ich habe eher das Gefühl, das sich bei mir die ganze Sache in Grenzen hält. Selbst bin ich ruhiger geworden, was den Stress und die unausgeglichenheit angeht, andererseits habe ich das leise Gefühl, das sich meine werte Kollegen ein wenig dem "Deutschtum" angepasst haben was pünktlichkeit und zuverlässigkeit angeht. In privater Ebene habe ich glaube ich schon seeehr Portugiesische Grundzüge angenommen, so nach dem Motto: komm ich heut nicht, komm ich morgen...... wenn ich frei habe und zuhause in Lagos bin, da kann mich sprichwörtlich die ganze Welt am A**** lecken, ich geniese mein zwiegespaltenes Leben in Portugal in freien Zügen und gehe in der Stadt dem Typischen Portugiesischen Hobby nach ( Menschen Gucken ) dazu 1 - 2 Liter Café und die Welt ist schön. Thema Luxus: na ja in diesem Fall bin ich leider noch zu Deutsch... Ich habe einen heidenrespekt wenn ich sehen muss mit wieviel Geld oder besser gesagt mit welch besserem Taschengeld, sich meine Nachbarn, Freunde und Kollegen so durchs leben "würgen" müssen und dieses scheinbar ganz zufrieden meistern, was für mich persönlich im Moment noch undenkbar wäre. Anfangs war Portugal für mich der reine Kulturschock..... die sind kühl und unfreundlich, können nicht kochen und jeder Prosegur- Mensch oder wer auch immer dort unten eine Art Uniform anhat, meint er wäre was besonderes. Diese einstellung hat sich aber über die Jahre gesehen grundlegend geändert. Mittlerweile liebe ich dieses Land und seine Leute und wenns mal nicht so passt wie es soll..... was solls. Mein Ziel ist es bis in ca 10 Jahren vollens runter zu gehen und dann mich so weit zurücklehnen zu können, das ich mir zweimarkfufzig Stundenlohn nicht antun muss und mein Leben zwischen Lisboa und Lagos zu geniesen. Aber das ist Zukunftsmusik und so lange Jete ich zwischen D und P und andersrum halt hin und her,. Und wenn es sein muss dann eben wie bis jetzt auch 2 mal die Woche. to be continued........................ Sven |
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#3 |
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Tatuzinho
ist in D!
Entusiasta
Registriert seit: 12.02.2009
Ort: Santa Catarina/BRASIL
Beiträge: 1.048
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Hey Sven, wie Recht Du hast, die portugiesischen Kollegen meines Mannes waren glaube ich auch immer froh, wenn er ihnen mit Pünktlichkeit und Verläßlichkeit nicht auf die Nerven ging, der alemao.
Allerdings kann ich Heike in Bezug auf Freiheit nicht zustimmen, ich fand mich schon ziemlich eingeengt in meiner Beweglichkeit, also allein in eine Kneipe? No go! Aber das ist eben das Leben auf dem platten portugiesischen Land, ich habe festgestellt, dass das nichts für mich ist! Recht hat sie, was die Korinthenkackerei in Deutschland angeht, ich zelebriere momentan den Bau eines Gartenhäuschens, unglaublich, wie einfallsreich und penibel deutsche Behören sind, da kommt mir meine durch Portugal "verbesserte" Gelassenheit zu Gute, die mch auch mal drüber lachen läßt! |
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#4 |
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hws
hat noch nix
Admirador
Registriert seit: 20.08.2008
Beiträge: 305
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Gelassenheit.
Nur bei Pünktlichkeit bin ich nicht mompromißbereit. Wer unpünktlich ist, ist großzügig...................................mit der Zeit anderer. Adeus HWS |
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#5 |
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MacHarry
De Frente e em de Frente
Admirador
Registriert seit: 24.02.2009
Beiträge: 208
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Bin zwar, nur zeitlich in Portugal. (4 bis 6 Monate pro Jahr).
Aber, auch diese Aufenthalte haben mich geändert. Mehr genießen des guten Lebens, und mehr gelassenheit. Aber "Punktlichkeit", daran muss man sich eben gewohnen. |
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#6 |
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Freya
hat noch nix
ändern
Gast
Beiträge: n/a
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Interesantes Thema Heike ...
Na,ja ..also ich bin ja auch nicht erst seit gestern hier ,d.h. so seit 89 und somit eine ziemlich lange Zeit(fast mein halbes Leben) deshalb ist es einfach nicht mehr Möglich diesen Vergleich so zu formulieren in meinem Falle ,finde ich . Ich kann sagen,das die "Grundausbildung " Deutsch erzogen worden zu sein,einfach drinne steckt . Freiheiten,relaxer an Sachen ran gehen,gelassenheit ,Kinderfreundlichkeit usw.usw. usw waren auch motive die mich hergelockt haben und die ich auch eine Weile gut genossen habe .Aber inswischen ist Portugal ( die Algarve ) auch nicht mehr wie sie vor 20 Jahren war ..und ich natuürlich auch nicht mehr .Klar hat mich also das leben hier verändert...aber bei so einen langen Zeitraum ,da bin ich ziemlich sicher,hätte das auch in Deutschland seinen Lauf genommen .Bei langzeit Residente ,denke ich mal eher ,ist eben ab und zu immer nur dieser Vergleich da ...wo ist es besser ,immer wieder die Diskusionen mit anderen ,neu zugezogenen ,die die noch kommen wollen usw. Das Alter,die Bedingungen,die man hat,alles spielt doch auch eine Rolle ,wie man sich zurecht findet . Heute ist das "Auswandern in ein anders Land und dazu noch nur mal eben nach Portugal ,fast so als würde man in Deutschland von Nord nach Süd ziehen ..na,fast so....ist schon klar ,den die Sprache ,die liebe Sprache ....aber der Rest ist sowas von unkomplieziert geworden,durch Technik u. Komunikation Möglichkeiten,das es wirklich nicht mehr zu vergleichen ist und wenn man eh schon fast im Ruhestand ist ,sein finazielles auskommen hat,seine Doktoren schon mal abgescheckt hat ,na,ja dann kann man seine Blumen giesen ,das Klima geniesen , und die gelassenheit geniesen. Ansonsten kann ich nur sagen alle Berichte von denen die oft als zu kritisch abgestempelt werden, sind trotdem wenn es manchesmal nervt schon richtig ..... Ich kann von mir sagen,,das ich wie gesagt 20 Jahre älter bin und bei meinem letzten Deutschlandaufenthalt nur eins festgestellt habe ,das ich insofern anders bin ,das ich schon mit viel weniger zufrieden bin,man nicht auf so hohem Nivou jammert und eben sowas wie einen Jungle Instinkt entwicket hat .... |
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#7 |
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schneewittchen
ist endlich gluecklich
Apaixonado
Registriert seit: 12.02.2009
Beiträge: 603
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Freya, dafür hast Du Dir glatt ein Karma verdient. Besonders der letzte Satz ist verdammt wahr. (Wenn ich z.B. deutsche Hartz4-Empfänger im Fernsehen jammern sehe, die immer noch wesentlich mehr Geld haben, als viele Leute, die hier Vollzeit arbeiten, und zudem noch die Miete gezahlt bekommen, kann ich nur müde lächeln.)
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#8 |
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Freya
hat noch nix
ändern
Gast
Beiträge: n/a
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Ups ..Ja,man ( Frau) Karma ..danke ,das war ja nicht der Sinn ,aber gut . Tut gut , Ich denke Jeder sollte mal ganz,gaaaanz ehrlich eine Liste machen mit 2 Seiten , pro und Kontra und dann genau hinschauen ,was ihm eingefallen ist an guten und an schlechten Sachen ,,, dann wird Jeder für sich selbst sehen ,was er meint ,wo er doch gaaanz ehrlich feststellen kann,was mehr aufwiegt . ABER: Heikes Frage war ja die persönliche Veränderung durch das Leben in Portugal .....also in dem Sinne wohl doch nicht so einfach beim Thema zu bleiben ...oder? |
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#9 |
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Christiane
hat noch nix
Amigo
Registriert seit: 14.02.2009
Beiträge: 3
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Danke für dieses Thema, ich habe auch schon oft drüber nachgedacht.
Ich war ja nur 6 Jahre lang in P, aber mir hat es sehr viel gebracht. Gelassenheit auch. Mir ist da ein Beispiel zu Anfang meiner Portugalzeit in Erinnerung - der "homem dos paus", der oft durchs Dorf zog. Das war ein geistig schwer behinderter Mann, der mit 3 Bohnenstangen laut grölend herumlief und ziemlich bedrohlich wirkte, wenn er sie in einem Anfall schreiend auf die Straße warf und drumherum tanzte. Abends legte er sich bei irgendwem auf die Hausbank und schlief da. Alle alten Frauen hatten Angst vor ihm. Nach meinem damaligen deutschen Verständnis hätte er in ein Heim gehört. Aber die Nachbarinnen waren anderer Ansicht. Der "Coitadinho" wäre sowieso schon so arm, der müsste nicht noch eingesperrt werden. Sie gaben ihm statt dessen zu essen und zu trinken, auch wenn sie Angst vor ihm hatten. Dadurch hofften sie, würde er ihnen nichts tun. Auf diese Weise überlebte er wohl, denn das taten alle. Und ich habe gelernt, dass es auch anders geht als in D. Außerdem habe ich in Portugal gesehen, wie man mit geringen Mitteln auskommen und immer noch gut leben kann. Obwohl ich dort gut verdiente, brauchte ich viele Dinge auf einmal nicht mehr. So ähnlich lebe ich in Deutschland inzwischen auch. Ich habe meinen Hausstand auf die Hälfte verkleinert und habe jetzt mehr Zeit, weil ich nicht so viel zu pflegen und zu putzen habe. Ich habe meinen Job gewechselt, arbeite weniger Stunden und verdiene entsprechend weniger. Aber dafür habe ich einen kurzen Weg zur Arbeit und bin nicht mehr ständig unterwegs. Mein Wertebild hat sich geändert, und daran hat die Zeit in Portugal einen großen Anteil. Ich bin sehr dankbar dafür. |
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#10 |
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fonte cigana
hat noch nix
Entusiasta
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: zwischen HH und HL
Beiträge: 1.364
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liebe christiane--- ich gehör ja auch zu denen, die nur einige jahre in portugal gelebt haben.. frag mich nicht, warum ich das beendet habe...
aber ich danke dir für deinen beitrag und empfinde sehr ähnlich.. es gab so viele sachen, die danach und zwischendrin nach D transformiert werden mussten, ich wusste so lange nicht, wo meine wirkliche heimat ist --- aber es hat sich gelohnt.. mein horizont ist- hoffentlich- weiter als der von anderen, meine toleranz größer und meine offenheit gegenüber anderen höher... und all das wegen ein paar jahren in einem kleinen, rückständigen kaff im alto alentejo.. vale pena-ou nao ?? |
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