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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausländerfeindlichkeit in Portugal


Zarah
06.01.2011, 13:21
Hallo!
Ich will jetzt mal über ein "heisses" Thema mit Euch reden.
Ich lebe seit 14 Jahren in Portugal, im Alentejo.
Und in dieser Zeit habe ich sehr oft Ausländerfeindlichkeit und fremdenfeindliche Sprüche ertragen müssen. (Siehe auch Anzeige, Ärger mit Jägern).
Ausserdem ist es auch meiner Meinung nach sehr schwer sich zu integrieren.
Ich spreche zwar gut portugiesich und habe auch viele portugiesiche Bekannte, die mich auch öfters besuchen kommen.
Aber so richtige Freundschaften haben sich in all den Jahren noch nicht entwickelt.
Auch habe ich noch nie private Gegeneinladungen erhalten.
Liegt das nur an mir, oder den unterschiedlichen Mentalitäten, an der Region (Alentejo) in der ich lebe. Oder warum ist das so??
Mich würden sehr Eure Erfahrungen, und Meinungen zu diesem Thema interessieren.

Gruss,
Zarah

Ellen
06.01.2011, 13:33
Auch habe ich noch nie private Gegeneinladungen erhalten.


Hallo Zarah,


wir machen zwar nur (regelmäßig) Urlaub in Portugal, aber wurden schon sehr oft von unseren portugiesischen Freunden nach Hause eingeladen.
Es sind natürlich wenige Menschen, welche wir dort persönlich gut kennen, aber alle Beziehungen sind sehr ehrlich und ziemlich eng.
Einige haben uns schon hier in Deutschland besucht und wir sind auch schon zu Familientreffen/festen unserer Freunde in Portugal eingeladen worden.
Manchmal muss ich sogar schon dafür sorgen, dass wir nicht den gesamten Urlaub "unter Aufsicht" sind und ständig von einem Ort zum anderen düsen.

Selbst der Vermieter "unseres" Ferienhauses hat schon für uns gekocht und uns jetzt, wo er nicht mehr vermietet schon mehrfach eingeladen, ihn und seine Familie wenigstens mal einige Tage besuchen zu kommen. Auch mit den Nachbarn dort im Dorf haben wir schon gegrillt usw

Also meine Erlebnisse sind wie gesagt nur Urlaubserfahrungen, aber wir hatten da nie Probleme,

Ellen

noch eine Ergänzung: Wir treiben uns immer in Lissabon oder nördlich davon rum, vielleicht liegt es an der Gegend?

Lisa
06.01.2011, 13:47
Ich habe auch jahrzentelang nur Urlaub in Portugal gemacht - Lissabon und Alentéjo - nur von Fremdenfeindlichkeit habe ich nie etwas gespürt.
Im Gegenteil - meine alten Freunde habe ich so vor 5 Jahren wiedergefunden und wir haben uns regelmäßig gesehen und sind auch von ihnen nach Hause eingeladen worden.
Jetzt steht ein Treffen mit allen im Mai, wenn mein Sohn auch zu Besuch ist - hier an - da habe ich etwas zu organisieren.
Aber generell - der Alentéjo ist sicher ein Kapitel für sich - kann man ungefähr mit Oberbayern vergleichen - aber ich denke, dass es auch auf den Menschen selber ankommt. Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass ich solcherlei nie erfahren habe.

Bia
06.01.2011, 14:01
Seit annähernd zwanzig Jahren bin ich nun oft im Alentejo, wo ich ein kleines Häuschen besitze. Fremdenfeindlichkeit habe ich nie bemerkt, im Gegenteil! Meine Nachbarn sind (bis auf eine Ausnahme) alle sehr nett und hilfsbereit, ich habe hier viele gute Freunde gefunden, bin zu vielen Familienfesten eingeladen und bei fast jedem Anlass im Dorf mit dabei.

Zu Beginn begegnete man mir mit vorsichtiger Distanz (so sind halt die Alentejanos), aber schon nach kurzer Zeit war ich akzeptiert und wurde mit Körben voll Gemüse, Obst und Eiern beglückt.

Die einzige Nachbarin, die nicht nett ist, ist es mit allen, nicht nur mit mir.

Gaby
06.01.2011, 14:29
Hallo,
ich lebe seit fast 27 Jahren in Portugal. Habe schon in Figueira da Foz, Beja und Almada gewohnt.
In dieser ganzen Zeit ist mir nie Fremdenfeindlichkeit in irgendeiner Form begegnet - ganz im Gegenteil, ich hatte immer den Eindruck, sobald die Menschen bemerkten, dass ich keine Portugiesin bin, waren sie umso zuvorkommender.

Allerdings habe ich mich auch von Anfang an bemueht, auf die Menschen zuzugehen, mich an die portugiesische Lebensweise anzupassen und mich zu integrieren - so sehr, dass manch einer meiner alten Freunde und Verwandte aus D sagen, ich waere gar nicht mehr richtig deutsch.

Liebe Gruesse
Gaby

Babuschkinha
06.01.2011, 14:37
Wie Bia schon erwähnte, ich halte Portugiesen (ich bin seit 15 Jahren an der Algarve) auch für distanziert abwartend, nicht für ausländerfeindlich.
Es dauerte auch bei mir lange, bis ich Anschluß fand, vor allem an meinem Wohnort. Ich brauchte lange, bis meine Nachbarn akzeptierten, daß sie ihr Bild des REICHEN Deutschen, der immer recht hat (:p), auf mich nicht anwenden sollten. Mittlerweile bin ich eine normale Nachbarin, die man ruhig auch mal an die Ernte der Alfarrobas erinnern darf, wenn sie mal wieder zu lange damit wartet ... :D

Ich halte mich sehr zurück mit "Missionsarbeit", Ausländer, die hier mit besserwisserischer Arroganz auftreten, sind nicht nur mir zuwider. Ich selbst bin der Meinung, daß ich eben tatsächlich Gast bin - aber mittlerweile fühle ich mich als "integrierter" Mitmensch, Nationalität spielt dann auch nach kurzem Zusammensein keine Rolle mehr, wird sogar von den Menschen hier durchaus auch positiv gesehen, liegt wohl dran, daß einfach soooo viele Portugiesen irgendwelche langjährigen Gastarbeiter-/Auslandserfahrungen haben und daher auch ein großes Stück weit tolerant sind, was andere Meinungen angehen.
Ich denke, ich passe mich genug an, zeige Interesse an Traditionen, Politik und darf mir dann auch - da ich ein ganz normales Arbeits- und Alltagsleben mit allen portugiesischen Höhen und Tiefen lebe - Kritik erlauben, was auch durchaus akzeptiert wird.
Portugiesen stecken - wie wohl alle - ihre Mitmenschen erstmal in Schubladen, einfach ist es da, in Nationalitäten zu denken. Deutsche sind hier nicht mal unbeliebt, habe ich den Eindruck, aber man begegnet uns mit vorsichtiger Zurückhaltung und Achtung, Sprüche, daß wir alle Rassisten sind, muß man sich dann schon auch mal anhören - und Rassismus spielt in D m.M. tatsächlich eine wesentlich größere Rolle als in P.

Was schreib ich zur Zeit lange Texte? :ahh:
Fazit: Denke schon, daß es ein Stück Arbeit ist, sich hier ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Dazu gehören einigermaßen gute Portugiesischkenntnisse, aber auch vor allem ein Maß an "zurückhaltendem" Interesse (also: keine Besserwisserei!!!). Wie Gaby sagt: Auf die Leute ZUGEHEN ist sehr wichtig! Sie kommen NICHT zu dir! AKTIV sein ist das Motto - das fiel auch mir am Anfang schwer!

Meine schönsten Anpassungsbeispiele waren: mein russischer Koch sang mit einer moldowanischen Kellnerin und einem ukrainischem Bekannten in einem Fado-Lokal spontan ein altes russisches melancholisches Lied - jeder in der eigenen Sprache. Das kam super an und die Portugiesen summten gerührt mit.

Merke gerade, daß ich mich begeistert einschreibe und höre lieber auf! :bussi:

Raporsa
06.01.2011, 14:57
Ich glaube zum Thema feststellen zu können, dass die Definition „Fremdenfeindlichkeit“ nicht der korrekte Ausdruck zu dem benannten Verhalten einiger Portugiesen, gegenüber „fremden Personen“ ist, möglicherweise ist es die „Scheu“ – vor allem Fremdländischen!

Art gemäß war es doch auch in Deutschland, als nach dem II. Weltkrieg, die Stationierungssoldaten (US/Briten/Franzosen etc.) darunter auch Farbige, mit Ihren Familien in D ansässig wurden und heute noch sind!

Dann war dt. Misstrauen in den 60- Jahren, gegenüber Gast- und Fremdarbeiter aus allen Regionen Europas und der Welt angesagt, deren Menschen heute zum festen, integriertem Gefüge Deutschlands gehören.

Dann war da noch die >große Reiselust< der Deutschen in die Regionen Europas die nebenbei dazu beigetragen hat, dass Vertrauen zu anderen Personen in fremden Ländern, aufzubauen und dann im eigenen dt. Land zu festigen!

In Portugal haben sich „Auswanderer“ aus grundverschiedensten Argumentationen nie recht angesiedelt und die Ex- port.Kolonien mit ihren Menschen, darunter auch Farbige, waren ja als benanntes „Besitztum“ angesehen worden!

Da der portugiesische Ortsansässige, kein Weltenbummler ist und war, hat er, nie länderspezifischen Mentalitäten kennengelernt, also ist diese seine Zurückhaltung, gegenüber jeglichem Fremden, physischer Natur!

gez. Raporsa

caracol
06.01.2011, 15:39
Oh doch, es gibt hier Ausländerfeindlichkeit. Ich weiss nicht, ob es in Städten oder an der Algarve anders ist. Aber wenn man hier so hört was die Portugiesen für eine Meinung von Brasilianern, Schwarzen und Ukrainern haben, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Das kann ich hier gar nicht jugendfrei wiedergeben. Mich halten viele aufgrund meiner strassenköterblonden Haare für eine Ukrainerin. Und wie freundlich die auf einmal sind, wenn sie merken dass ich Deutsche bin (reich natürlich dann sowieso).

Aber trotzdem haben wir auch portugiesische Bekannte bei denen wir zum Essen eingeladen sind und die zu uns kommen. Nachbarn, die uns mit Wein, Obst und Gemüse überfüttern. Vorgestern hab ich 5 Hähnchen (alle über 2 kg) geschenkt bekommen, weil wir den Sohn manchmal von der Schule mit abholen.

Als Freundin würde ich davon aber nur eine bezeichnen.

Gruss
Susanne

yasidhyron
06.01.2011, 17:03
Oh doch, es gibt hier Ausländerfeindlichkeit. Ich weiss nicht, ob es in Städten oder an der Algarve anders ist. Aber wenn man hier so hört was die Portugiesen für eine Meinung von Brasilianern, Schwarzen und Ukrainern haben, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Das kann ich hier gar nicht jugendfrei wiedergeben. Mich halten viele aufgrund meiner strassenköterblonden Haare für eine Ukrainerin. Und wie freundlich die auf einmal sind, wenn sie merken dass ich Deutsche bin (reich natürlich dann sowieso).

Aber trotzdem haben wir auch portugiesische Bekannte bei denen wir zum Essen eingeladen sind und die zu uns kommen. Nachbarn, die uns mit Wein, Obst und Gemüse überfüttern. Vorgestern hab ich 5 Hähnchen (alle über 2 kg) geschenkt bekommen, weil wir den Sohn manchmal von der Schule mit abholen.

Als Freundin würde ich davon aber nur eine bezeichnen.

Gruss
Susanne
So erlebe ich es hier auch in der Algarve. Man kann es wirklich nicht wiedergeben wie
über die von Dir genannten Ausländergruppen gesprochen wird. Allerdings habe ich auch schon 3x persönlich Ausländerfeindlichkeit erfahren, einmal wurde ich sogar von
einem Wirt aus dem Café gewiesen mit dem Hinweis: wir Portugiesen mögen keine Deutschen, obwohl das Café hier in Touristenzentrum liegt. Äusserungen über Afrikaner kann man hier nicht wiedergeben. Meine ehemalige Reinmachefrau aus einer ehem. port. Kolonie hat mir Einiges dazu erzählt.
Also Ausländerfeindlichkeit ist wie wohl überall vorhanden.


Grüsse
Yasidhyron

Tano
06.01.2011, 17:07
Hab keine großen Böcke auf dieses häufig mit Klischees und Plattitüden gespickte Thema (wie aufgrund meiner Erfahrung in langjähriger Portugal-Foren-Beobachtung üblich bei solchen Themen).

Nur soviel in Kürze! Wer seine Beobachtungen nicht differenziert im Verhalten der Portugiesen gegenüber "normalen" Ausländern wie devisenbringende Touristen und Residenten oder generell EU-Bürgern einerseits und Bürgern aus den ehemaligen Kolonien z.B. oder aus der GUS andererseits, hat keine Ahnung von der Komplexität des Themas und sollte schweigen.

Auch hierzu hatte ich in den letzten 30 Jahren ausgiebige Gelegenheiten gehabt, an der Quelle zu beobachten, teils durch meine Jobs in Portugal, die mich mit vielschichtigen multikulturellen "Rand"-gruppen dort bekannt gemacht haben, teils durch mein starkes soziologisch-interessiertes rumschnüffeln unterhalb des Tellerrandes im Lande.

Mein Resümee lautet: es werden zwar nur sehr selten Menschen wie oben genannt, in dem Maße in Portugal angegriffen, wie es in Deutschland durchaus häufiger geschieht (wobei ich auch immer wieder gerne in die ungeliebte, weil tabuisierte Wunde rumpopele, was den antideutschen Rassismus bestimmter Migrations-Gruppen in Deutschland UNS gegenüber betrifft >ist aber ein anderes Thema<) aber es gibt in Portugal einen teils unverhohlen-diskreten teils nonverbal-direkten Rassismus gegenüber Schwarzen, Turbanträgern, Pakis usw. im öffentlichen Leben, im Berufssektor oder auch in der Landwirtschaft etc.pp.

Die Zahl der Quellen im Internet bezüglich des latenten Rassismus in Portugal ist nicht grade karg. Sucht selber ...

Am übelsten stoßen mir allerdings die ungefragt selbsternannten antideutschen Ego-Rassisten und National-Masochisten mit ihren unqualifizierten Xenophilie-Statementes auf, die zwar aus dem eigenen Stall kommen aber aus der sicheren Distanz heraus ihr Nest voll kacken ( bei aller Akzeptanz bezüglich der unstreitig vorhandenen Defizite in verschiedenen - fast allen - sozialen und politischen Bereichen in Deutschland).

Eigentlich hätte es gereicht zu sagen: "Arschlöcher gibt es überall und das schon seit je her ..."

medianeiro
06.01.2011, 17:26
Also ich mache seit mehr als 10 Jahren Urlaub in der Algarve, immer für 1-2 Monate und hatte nie Ausländerfeindlichkeit erfahren bzw. erlebt. Im Gegenteil: bereits bei meinem ersten Urlaub merkte ich nach ein paar Wochen, dass etwas fehlt, was ich in Deutschland bereits gar nicht mehr wahrgenommen habe (leider gewöhnt man sich offenbar daran).
Was ich meine ist unterschwellige Ausländerfeindlichkeit. Dieser begegnen Ausländer tagtäglich.

Ich weiß nicht, wie ich dass jetzt mit wenigen Worten treffend beschreiben kann; ein prüfender Blick hier, längeres Anstarren dort. Es ist unauffällig aber vorhanden - gemerkt habe ich es erst, dass es das in Deutschland gibt, als ich in der Algarve war und es nicht mehr geschah. :ahh:

Das war ein völlig neue Erfahrung. :liebe:

Grüße
Medianeiro

Maximus
06.01.2011, 17:29
...in dieser Zeit habe ich sehr oft Ausländerfeindlichkeit und fremdenfeindliche Sprüche ertragen müssen. (Siehe auch Anzeige, Ärger mit Jägern).


Wenn ich das schon lese: Anzeige.
Überhaupt stellt sich bei vielen Alentejodeutschen manchmal die Frage, obs nicht andersrum richtig ist, eben Portugiesenfeindlichkeit oder zumindest Ignoranz und Abschottung.
ich schreib da später, wenn ich mehr Lust drauf hab , mehr zu.

Oh doch, es gibt hier Ausländerfeindlichkeit. Aber wenn man hier so hört was die Portugiesen für eine Meinung von Brasilianern, Schwarzen und Ukrainern haben, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Kann man, glaub ich, nicht als Ausländerfeindlichkeit bezeichnen. Ist mehr so, daß viele Portugiesen sich von ausländischen Billiglohnarbeitern bedroht fühlen, die ihnen die Jobs wegnehmen.
In D. schimpfen ja auch viele auf die Scheißpolacken, die das Lohngefüge untergraben.

LG
M

Tano
06.01.2011, 17:41
...In D. schimpfen ja auch viele auf die Scheißpolacken, die das Lohngefüge untergraben. ...Da sind wir hier längst weiter .... Solltest mal wieder was länger hier sein und gucken was so los ist ...:D. Inzwischen sind sehr viele Polen in den unterschiedlichsten Branchen (vor allem hier im Aachener Raum durchaus auch mit Meisterbrief und so ...) selbständig und beschäftigen jede Menge Deutsche (oder Afrikaner) zu einer durchaus untertariflichen Bezahlung. Ist normal und keiner meckert groß rum. Hat eher nichts mit Rassismus zu tun, sondern - wenn man so will - mit Marktwirtschaft. War ja vor nicht allzu langer Zeit andersrum... Times are changing ...

Jota
06.01.2011, 20:19
Aber wenn man hier so hört was die Portugiesen für eine Meinung von Brasilianern, Schwarzen und Ukrainern haben, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Man kann ja auch einfach mal im Netz nachschauen, was die Portugiesen da über die Chinesen und ihre Billigläden vom Stapel lassen. Seit Jahren zirkuliert das Gerücht, daß Chinesen hier fünf Jahre lang keine Steuern entrichten müßten und leichter Kredite bei den Banken bekämen. Bevor ihr alle vor Neid gelb werdet... das ist natürlich ausgesprochener Blödsinn: Die zahlen dieselben Steuern wie ein Portugiese mit ähnlichem Geschäft.

Noch schöner sind aber Schauergeschichten wie diese (http://kouzaselouzas.blogspot.com/2006/09/lojas-chinesas-perigo-muito-importante.html), die dann per Kettenmail verteilt und ernstgenommen werden. :ahh:

Das mag jetzt nicht gleich den Tatbestand des Rassismus erfüllen, aber ein heftiges Vorurteil kann ich da schon herauslesen. Rassistisch wird Tonschlag aber schnell, wenn man Portugiesen auf Zigeuner und Schwarzafrikaner anspricht. Und Brasilianerinnen sind natürlich allesamt Nutten...

Nassauer
06.01.2011, 20:41
Also ich mache seit mehr als 10 Jahren Urlaub in der Algarve, immer für 1-2 Monate und hatte nie Ausländerfeindlichkeit erfahren bzw. erlebt. Im Gegenteil: bereits bei meinem ersten Urlaub merkte ich nach ein paar Wochen, dass etwas fehlt, was ich in Deutschland bereits gar nicht mehr wahrgenommen habe (leider gewöhnt man sich offenbar daran).
Was ich meine ist unterschwellige Ausländerfeindlichkeit. Dieser begegnen Ausländer tagtäglich.

Ich weiß nicht, wie ich dass jetzt mit wenigen Worten treffend beschreiben kann; ein prüfender Blick hier, längeres Anstarren dort. Es ist unauffällig aber vorhanden - gemerkt habe ich es erst, dass es das in Deutschland gibt, als ich in der Algarve war und es nicht mehr geschah. :ahh:

Das war ein völlig neue Erfahrung. :liebe:

Grüße
Medianeiro

Hallo Medianeiro,
vor 2 Jahren ging ich mit einem Freund iranischer Herkunft durch Lisboa.Unter Tränen hat er genau das gesagt was du geschrieben hast.
" ich fühle mich erstmals frei".
Seine Töchter studieren in Fulda und empfinden das Leben dort als täglichen Spiessrutenlauf.
Der Witz ist jedoch, dass dieser Freund einen deutschen Pass hat und wenn er in D. ist wunderbar über Türken und andere Ausländer herzieht.:D

Gruss
Nassauer

medianeiro
06.01.2011, 21:17
Hallo Nassauer,

vielen Dank für deinen Bericht über deinen iranischen Freund. Ich bin so erleichter, dass es also auch Anderen so geht. (Man denkt ja doch darüber nach ob man sich das nur einbildet. )

Der Witz bei mir ist, dass ich laut Pass Deutsche bin, meine Großeltern kommen allerdings aus vier verschiedenen europäischen Ländern.

Aber in Deutschland werde ich tatsächlich, wie eine Ausländerin gesehen. Und habe dass wie schon geschrieben, erst so richtig durch "das Fehlen" in Portugal gemerkt, wie groß diese versteckte Ausländerfeindlichkeit ist.

Und dadurch (und weil meine Mutter an der Algarve lebt) habe ich jetzt jedesmal das Gefühl nach Hause zu kommen.:liebe:

Würde mich freuen, wenn noch weitere Ausländer (in Deutschland) über dieses Gefühl (es fehlt etwas), wenn sie in Portugal sind, berichten.

Gruss
Medianeiro

Sivi
06.01.2011, 21:37
Ich weiss gar nicht mehr genau, wie viele Jahre ich hier Leben musste, bevor ich Ausländerfeindlichkeit / Vorurteile ins Gesicht gesagt bekommen habe.
Persönlich gemeint war ich nichtmal.
Es ging z.B. in die Richtung, dass Ausländer Arbeitsplätze stehlen und zurück in ihre Kolonien sollen, später dann ging es gegen Chinesen, kurz danach gegen alle, die aus dem ehemaligen Ostblock kamen usw.

Ich glaube einfach, dass der "normale Portugiese" solche Themen nicht anschneidet, wenn jemand nur ein paar Wochen, Monate oder auch Jahre in Portugal verbringt.
Warum auch?
Schliesslich lässt sich mit Ausländern oft schlecht über Ausländer ablästern.

Natürlich gibt es Ausländerfeindlichkeit und Vorurteile gegen Ausländer in Portugal.
Wäre ja auch mehr als seltsam, wenn nicht.

Dass es nicht so spürbar ist, wie vllt in Deutschland, heisst ja nicht, dass Portugal frei davon ist.

Babuschkinha
06.01.2011, 22:08
Aus meiner Erfahrung würde ich Portugiesen nicht ausländerFEINDLICH nennen, sondern eben durchaus mit Vorurteilen behaftet (Deutsche sind reich und arrogant, Brasilianerinnen sind Huren und auf europäische Ehemänner aus, afrikanische Männer sind weiß nicht was, und in Italien werden nur Nudeln gegessen).
Ich halte Portugiesen für sehr vorsichtig, was Freundschaften schließen betrifft. Das geht denen aber auch untereinander so! So haben z.B. portugiesische Freunde, die von Lisboa an die Algarve gezogen sind, nach 1 Jahr noch keinen portugiesischen Freundeskreis gefunden.
Daher bin ich auch vorsichtig mit Bemerkungen, Portugiesen seien fremdenFEINDLICH, wenn sie sich vorsichtig zurück ziehen.

kailew
06.01.2011, 22:35
Rassistisch wird Tonschlag aber schnell, wenn man Portugiesen auf Zigeuner und Schwarzafrikaner anspricht.

selbst mein wirklich völlig unverdächtiger portugiesischer Bekannter hat vor ein paar Jahren mal gemeint: "Ich mag keine Neger, magst Du welche?" Ich wusste nicht, was ich sagen soll.

Aber als Rassisten kann man den Mann gewiss nicht bezeichnen.

Kai

Ellen
06.01.2011, 22:37
Ich glaube einfach, dass der "normale Portugiese" solche Themen nicht anschneidet, wenn jemand nur ein paar Wochen, Monate oder auch Jahre in Portugal verbringt.


Da hast du bestimmt den Nagel auf den Kopf getroffen!
Ansonsten ist das Wort "ausländerfeindlich" für mich eh etwas schwammig.
In Deutschland wird oft jede Kritik an Ausländern sofort so abgestempelt, auch, wenn es um konkrete Sachverhalte geht.

DAS finde ich doof, weil ich mecker auch ab und an und bin nicht ausländerfeindlich.
Mir fällt es oft auf, dass wenige Trolle den Ruf einer gesamten Gruppe schädigen können.
Wenn ich sehe, welche Typen manchmal in unserer Firma auftauchen mit der Frage : "Hast du billig Auto?" und dann total ausrasten, wenn wir nichts zu verschenken haben, dann hab selbst ich manchmal die Nase voll von denen. Schlimm ist nur, dass dann die Verallgemeinerungen kommen und jeder ähnlich aussehende Ausländer in die Schublade gesteckt wird.
Es ist einfach nicht so einfach, in einem anderen Land respektiert zu werden denk ich, da schon immer andere vor dir da waren, welche ein Vorurteil begründet haben.

Ellen

HJB
06.01.2011, 22:47
Heike,

Deine beiden Beiträge in diesem thread kann ich voll unterzeichnen!
Deine Erfahrungen/Beobachtungen habe auch ich bei den Algarvios gemacht - so ist es!

In Lissabon sind die Portugiesen schon etwas offener und eher bereit, Kontakte zu pflegen.

Nassauer
06.01.2011, 23:34
Heike,HJB,
kann euch auch nur zustimmen.Die Abgrenzung der Tugas geht manchmal soweit,dass sie nicht einmal den richtigen Namen ihres Nachbarn kennen.
Mit Fremdenfeindlichkeit hat das nix zu tun.

@Kai
Vorsicht wenn dir jemand hier so eine Frage stellt.Er wollte vielleicht nur deine Gesinnung ermitteln.:pssst:

Portugal hat im Verhältnis mehr Zigeuner im Land wie alle anderen westeurop.Länder zusammen und niemand sieht darin ein echtes Problem.

Wenn in meiner ehemaligen deutschen Heimat einmal im Jahr ein Zigeunertreck von 20 Wohnwagen durchkommt werden sie von der Polizei eskortiert und "begleitet".Alle nur erdenklichen Behörden sind dann vorort.
Eine riesen Show wird abgezogen."Holt die Wäsche rein,die Zigeuner komme".
So etwas gibt es in P. nicht.Und wenn mein port.Begleiter sagt:"Pass auf dass der kleine Zigeuner im Marktgedränge dein Geld nicht klaut,dann hat das nix mit Rassimus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun.:p
Gruss

Nassauer

Sivi
06.01.2011, 23:39
Portugal hat im Verhältnis mehr Zigeuner im Land wie alle anderen westeurop.Länder zusammen und niemand sieht darin ein echtes Problem.


Wenn du wirklich meinst, dass niemand darin ein Problem sieht, dann musst du scheinbar blind sein, oder zumindest taub.

Unregistriert
07.01.2011, 01:08
Hallo Zarah,
ich finds traurig, verstehe sowas nicht, aber die leute im Alentejo sind wie die Bayern ind Deutschland,
Die Leute im deutsc... wissen nicht was wir da erleben. Die Ausländer laden ständig Deutsche arbeitsko.. zu sich nach nach ein aber anderes rum siehst du fast nie.
Ich lebe seit 1981 im Deutschland, habe sehr viele freunden z.b.Griechen, Türken, Italiener und spanier aber Deutsche vielleicht 2 oder 3, und das nach 30 jahre.
Als ich jung war wollte mit mein beste freund (spanier) in die Disco gehen, fast nie haben uns reingelassen und wenn nur wo nicht angesagt ist (nix los), aus frust sind wir ab und zu nach holland gefahren und da waren wir willkommen.
Manchmal macht mich sehr traurig wenn ich nachdenke, verlor... jungend
Bei uns gabts nie schlägerei , immer gut angezogen und auch nicht besofen.
wohne in Bayern seit 7 jahre und alle nett aber mehr auch nicht, ein einzige bekannte der mich mal besucht hat.
L.G Toni

Manuela
07.01.2011, 11:31
Ich kann dem Beitrag von caracol nur zustimmen. Auch ich werde hin und wieder fuer eine Ukrainerin gehalten, weil ich nicht den ganz harten deutschen Akzent habe, was ja eher ein Kompliment ist. Jedenfalls wurde ich deshalb ab und zu schon ganz schoen abfaellig behandelt! Und das fuehlt sich einfach beschissen an!

Ausserdem bin ich immer wieder erstaunt, wie ganz selbstverstaendlich schlecht ueber Schwarze, Brasilianer und Zigeuner gesprochen wird. Meine fruehere Kollegin hat absichtlich den schwarzen Fahrer des Transportunternehmens warten lassen, weil er schwarz ist! Ich konnte es gar nicht fassen! Kuerzlich beim Elternabend hat eine der Muetter eine abfaellige Bemerkung ueber Brasilianerinnen gemacht, obwohl zwei Stuehle weiter die Mutter von einem brasilianischen Jungen sass! Wenn bei uns am Dorfrand Zigeuner ihr Lager aufschlagen, geht es sehr wohl wie ein Lauffeuer rum, ja alles abzuschliessen, auch das Tor. Mich wiesen Nachbarn, speziell darauf hin, ich haette ja gar keine Vorstellung, was die nicht alles aus dem Quintal rausklauen und von der Waescheleine! Ein andermal war eine Zigeunerin mit ihrem Kind im Supermarkt. Beide waren ziemlich schmutzig. Fuer mich verstaendlich, weil es schon tagelang durchregnete und wie sollen sie dann ihre Klamotten sauber kriegen? Die Blicke, die die beiden zugeworfen bekamen, waren beaengstigend. Und dabei darf man nicht vergessen: Zigeuner sind Portugiesen, mit anderer ethnischer Herkunft!

Ich lebe schon seit Jahren in P., fuehle mich hier wohl, es ist meine Heimat geworden. Die Nachbarn sind nett und ich habe nette Bekanntschaften und Freundschaften.
Waere ich aber Schwarze oder Ukrainerin, haetten sich vielleicht manche Kontakte erst gar nicht ergeben!

Es ist richtig, wenn ihr sagt, dass Fremdenfeindlichkeit gar nicht angesprochen wird. Es ist schwierig Portugiesen zu finden, die kritisch darueber nachdenken. So kommt es wohl auch haeufig vor, dass Bemerkungen so dahingesagt werden, ohne dass klar ist, wie verletzend das fuer den Betreffenden ist, man will ja eh nichts mit ihm zu tun haben.

Manuela

algharb
08.01.2011, 01:21
Es wurde ja schon angedeutet. Es gibt wohl eine sehr weit verbreitete Ablehnung der Portugiesen, die damals aus den Kolonien zurückgekommen sind.
Ich kenne eine 'Heimkehrerin', sie sagt, dass sie alle als Ausländer angesehen werden und hier nicht erwünscht sind. Sie hat in ihrem weiten Bekanntenkreis von ebenfalls 'Heimkehrern' in deren Kindergeneration nicht eine einzige Frau, die mit einem Portugiesen verheiratet ist. Viele von ihnen leben inzwischen nicht einmal mehr in Portugal. Bei den Männern ist es ähnlich.
Diese Portugiesen leben nun schon seit 35 Jahren wieder in Portugal und sind immer noch nicht wirklich integriert.

Wir haben in den 7 Jahren hier fast immer die Erfahrung gemacht, dass, wenn wir die Portugiesen höflich und freundlich behandeln, sie auch zu uns höflich und freundlich sind. Was sie wirklich über uns denken, weiß der Geier. Es ist ja bekannt, dass die negativen Äußerungen ehrer Dritten gegenüber gemacht werden. So wird z. B. über das dunkelhäutige Adoptivkind von Holländern negativ geredet.

Ich denke, dass das Denken vieler (älterer?) Portugiesen recht einfach und konservativ ist. Und dabei kommen dann auch ausländerfeindliche Aussagen bei heraus.

No1
08.01.2011, 06:03
Kenne Portugal nur von zwei kurzen Urlaubsaufenthalten. Moechte aber, nachdem ich die posts hier gelesen habe, fragen: begeht ihr bei dieser Diskussion nicht denselben Fehler? Ich meine das Verallgemeinern. Denn eben in der Verallgemeinerung liegen die Wurzeln fuer Fremdenfeindlichkeit. Man sollte unteracheiden, von welchen menschen man hier spricht: von Lissabon oder von Dorfbewohnern? Von Ärzten, Musikern, Architekten oder von Kneipenwirten etc.? Ich denke das ist eher ausschlaggebend. Und Hand aufs Herz - wirklich lieben tut man Auslaender nirgends auf der Welt, egal von welchem Land wir sprechen.

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kailew
08.01.2011, 08:53
Ich denke das ist eher ausschlaggebend. Und Hand aufs Herz - wirklich lieben tut man Auslaender nirgends auf der Welt, egal von welchem Land wir sprechen.


Ich denke, es ging ja auch etwas darum festzustellen, ob es sowas wie Ausländerfeindlichkeit in Portugal gar nicht gibt ... vermutlich tritt sie aber nur viel weniger offen zutage als anderswo. Das ist für mich bis jetzt ein Fazit aus diesen Beiträgen.

Es stellt sich eben auch hier wieder die durchaus spannende Frage, ob man als "Ausländer" in Portugal etwa die Ausländerfeindlichkeit selbst provoziert, indem man die Einheimischen kritisiert? Es wird ja nicht selten dazu geraten, sich den herrschenden Gegebenheiten möglichst konsequent anzupassen, um nicht anzuecken. Wer dagegen den Nörgler aus Nordeuropa gibt hat es schwer und schnell mit der portugiesischen Variante des Nationalismus zu tun - die zugegeben normalerweise ziemlich ungefährlich ist.

Aber dass man Portugal und die herrschenden Sitten nicht kritisieren soll, wurde auch in diesem Forum schon oft geraten. Ist das nun Ausländerfeindlichkeit?

Kai

medianeiro
08.01.2011, 08:54
Also ich mag ja da eine Ausnahme sein, aber ich begegne allen Menschen erst einmal ohne Vorbehalt und mit Neugierde. Und wenn dieser zu dem aus einem fremden Land kommt so wächst meine Neugierde noch mehr. Ich finde es einfach interessant, mich mit diesen Menschen zu unterhalten, schließlich erfährt man von ihnen ganz neue Dinge, Sichtweisen, Einstellungen. Und so kann man bisher Erfahrenes noch einmal neu durchdenken und evtl. manchmal auch aus einer völlig neuen Perspektive betrachten.

Ich finde das sehr interessant.

Gruß
Medianeiro

No1
08.01.2011, 09:19
Es stellt sich eben auch hier wieder die durchaus spannende Frage, ob man als "Ausländer" in Portugal etwa die Ausländerfeindlichkeit selbst provoziert, indem man die Einheimischen kritisiert? Es wird ja nicht selten dazu geraten, sich den herrschenden Gegebenheiten möglichst konsequent anzupassen, um nicht anzuecken.
Kai

Davon gehe a priori aus! In ein Fremdes Kloster mit eigenen Sitten ist denke ich nirgends der richtige Weg! Was natuerlich nicht heissen soll, dass man keine eigene Meinung, Sichtweise, Gewohnheiten etc. betreffend die einen oder anderen Fragen haben darf, - man sollte sie nur nicht unaufgefordert herausstuelpen.
...Uebrigens was mir bei meinen (sehr kurzen zwar) Lissabon-Aufenthalten angenehm aufgefallen ist, - die Portugiesen sind von den Umgangsformen i.d.R. sehr delikat und (im guten Sinne dieses Wortes) altmodisch, so dass viele sich an denen ein Beispiel nehmen koennten - ich denke da z.B. an englische Touristen.
(Wobei natuerlich meine Erfahrungen als Tourist selbsverstaendlich nicht dieselben sind, wie diejenigen von jemandem der in Portugal lebt und arbeitet, das ist mir schon klar)

P.S.
Ich selbst bin Russe, 20 Jahre in Deutschland gelebt, paradoxerweise ist das einzige mal wo in Portugal unfreundlich behandelt worden bin, war es seitens einer ukrainerischen Verkaueferin im TaxFreeShop des Lissabonner Flughafens :D

Jota
08.01.2011, 09:33
Und Hand aufs Herz - wirklich lieben tut man Auslaender nirgends auf der Welt, egal von welchem Land wir sprechen.

So ist es. Ich habe mich in diese Diskussion auch nur eingemischt, weil hier einige stocksteif behaupteten, ausländerfeindliche Tendenzen gäbe es in Portugal überhaupt nicht. Denn das ist natürlich Unsinn. Der deutsche Urlauber oder (finanziell meist etwas besser stehende) Resident erfährt so etwas hier sicher viel seltener am eigenen Leib als der mittellose Einwanderer aus Mosambik oder Angola. In Brasilien sollte man zu diesem Thema auch nicht unbedingt den im Luxus-Condomínio lebenden Deutschen befragen, der bei einem internationalen Multi arbeitet, sondern den illegalen Bolivianer, der unter Sklavenbedingungen in einer Fabrik in São Paulo schuftet.


IAber dass man Portugal und die herrschenden Sitten nicht kritisieren soll, wurde auch in diesem Forum schon oft geraten. Ist das nun Ausländerfeindlichkeit?

Das kann ich persönlich nun gar nicht bestätigen. Aber auch da kommt es natürlich immer ein wenig darauf an, unter welchen Umständen und wem gegenüber man diese Kritik äußert. So richtig triezen kann ich die Portugiesen nur, wenn ich ihren jeweiligen Lieblingsfußballclub* oder die Selecção durch den Kakao ziehe. Da setzen sie dann, wenn ich meine spöttischen Kommentare abgebe, schon mal ein Gesicht auf, als hätte sie in Zitronen gebissen. :D

* Die Frage, ob ich zu Benfica, Sporting oder Porto halte, beantworte ich gerne mit der der Gegenfrage: "Welche Geschlechtskrankheit ist dir denn lieber? Syphilis,Tripper oder Weicher Schanker?"

NeiberPedro
08.01.2011, 13:59
--- So richtig triezen kann ich die Portugiesen nur, wenn ich ihren jeweiligen Lieblingsfußballclub* oder die Selecção durch den Kakao ziehe.
bei einem brasileiro sind die aber oft viel empfindlicher.

Tatuzinho
08.01.2011, 19:26
bei einem brasileiro sind die aber oft viel empfindlicher.

Kritik von Brasilianern trifft sie sogar SEHR empfindlich, das liegt sicher an den superguten Witzen über die Tugas, ich denke, das ärgert sie schwarz!!!! Zum Teil sind die SOOOOO witzig, ich könnte mich totlachen.Da wäre mir als Brasilianer auch egal, wie sie MICH bezeichnen.

Gatinha
08.01.2011, 22:06
Also ich mag ja da eine Ausnahme sein, aber ich begegne allen Menschen erst einmal ohne Vorbehalt und mit Neugierde. Und wenn dieser zu dem aus einem fremden Land kommt so wächst meine Neugierde noch mehr. Ich finde es einfach interessant, mich mit diesen Menschen zu unterhalten, schließlich erfährt man von ihnen ganz neue Dinge, Sichtweisen, Einstellungen. Und so kann man bisher Erfahrenes noch einmal neu durchdenken und evtl. manchmal auch aus einer völlig neuen Perspektive betrachten.

Ich finde das sehr interessant.

Gruß
Medianeiro

hallo Medianeiro,

so halte ich das auch, sowohl beruflich (gerade zur Messe haben wir Kunden aus aller Welt) und privat sowieso.

LG Claudia

Gatinha
08.01.2011, 22:09
[/B]In Lissabon sind die Portugiesen schon etwas offener und eher bereit, Kontakte zu pflegen.

hallo HJB,

ich habe gerade eine junge Frau als Lissabon kennen gelernt, die genau dasselbe sagte. Den Eindruck hatte ich selber auch schon, da ich hier im Ort auch Portugiesen aus Lissabon begegnet bin.

LG Claudia

Gatinha
08.01.2011, 22:14
Kritik von Brasilianern trifft sie sogar SEHR empfindlich, das liegt sicher an den superguten Witzen über die Tugas, ich denke, das ärgert sie schwarz!!!! Zum Teil sind die SOOOOO witzig, ich könnte mich totlachen.Da wäre mir als Brasilianer auch egal, wie sie MICH bezeichnen.

hallo Tatuzinho,

ja diese Witze sind köstlich. ich hab ja auch ein paar im Witzethread gepostet.

LG Claudia

Maximus
09.01.2011, 03:27
Ausländer Inländer was fürn Scheiß. Hör grad über meine neuen (kabellosen) Kopfhöre Oasis.

LG
M

Tatuzinho
09.01.2011, 17:28
Ausländer Inländer was fürn Scheiß. Hör grad über meine neuen (kabellosen) Kopfhöre Oasis.

LG
M


Aus(sie)länder!

Alentejano Perdido
20.01.2011, 16:55
Ich bin neu hier und wollt bevor ich was zu diesem thema schreibe mal fragen gibt es hier ausser mir jemand anderes der Portugiese ist?dort geboren und aufgewachsen ist?

Anita
20.01.2011, 20:22
Ich bin neu hier und wollt bevor ich was zu diesem thema schreibe mal fragen gibt es hier ausser mir jemand anderes der Portugiese ist?dort geboren und aufgewachsen ist?


Ja einige, ich weiß aber nicht ob die dieser Thread lesen.

_hoschi_
20.01.2011, 21:00
. So richtig triezen kann ich die Portugiesen nur, wenn ich ihren jeweiligen Lieblingsfußballclub* oder die Selecção durch den Kakao ziehe.

Dabei fiel mir gerade folgendes ein:

Ein sehr erfahrener Kollege (in Portugal seit 1974) hat mir empfohlen immer auf die 3F zu achten, um die Leute auf die eigene Seite zu kriegen: Familia, Fatima, Futebol. So hab ichs bisher gehalten und in meiner kurzen Zeit nie den Eindruck gewonnen, dass die Leute mich nicht ernst nehmen.

Gatinha
20.01.2011, 21:03
Dabei fiel mir gerade folgendes ein:

Ein sehr erfahrener Kollege (in Portugal seit 1974) hat mir empfohlen immer auf die 3F zu achten, um die Leute auf die eigene Seite zu kriegen: Familia, Fatima, Futebol. So hab ichs bisher gehalten und in meiner kurzen Zeit nie den Eindruck gewonnen, dass die Leute mich nicht ernst nehmen.

hallo Hoschi,

Familia und Futebol ist klar.

aber wer oder was ist Fatima?

LG Claudia

_hoschi_
20.01.2011, 21:10
hallo Hoschi,

Familia und Futebol ist klar.

aber wer oder was ist Fatima?

LG Claudia

Fátima (http://de.wikipedia.org/wiki/Fátima) ist ein Wallfartsort. Steht bei den 3F für den Katholizismus.

Gatinha
20.01.2011, 21:13
Fátima (http://de.wikipedia.org/wiki/Fátima) ist ein Wallfartsort. Steht bei den 3F für den Katholizismus.

ah so, danke für die Auskunft. Mit Katholizismus hab ichs nicht so.

LG Claudia

_hoschi_
20.01.2011, 21:20
ah so, danke für die Auskunft. Mit Katholizismus hab ichs nicht so.

LG Claudia

Ich auch nicht. Aber z.B. als Ingenieur unter Arbeitern nicht zu fluchen hilft enorm :D.
Andernfalls macht man sich lächerlich - hab mehrfach erlebt wie die Damen am Montageband sich düber lächerlich gemacht haben, nachdem ein Kollege caralho oder was ähnliches in den Mund genommen haben :ahh:.

Gatinha
20.01.2011, 21:23
Ich auch nicht. Aber z.B. als Ingenieur unter Arbeitern nicht zu fluchen hilft enorm :D.
Andernfalls macht man sich lächerlich - hab mehrfach erlebt wie die Damen am Montageband sich düber lächerlich gemacht haben, nachdem ein Kollege caralho oder was ähnliches in den Mund genommen haben :ahh:.

nicht zu fluchen? na das kommt von einer Frau eh nicht gut an, egal in welchem Land.

Hier in Deutschland schimpfe ich meist auf Portugiesisch, wenns denn mal sein muss.

Anderswo dann eher auf Deutsch oder Englisch, nur nicht in der betreffenden Landessprache.

LG Claudia

Tatuzinho
21.01.2011, 02:06
Fluchen ist wunderbar......ich fluche im Auto wie ein Fuhrknecht!

Das ist so entspannend! Und kreativ kann man da sein! Und richtig ordinär!

Und laut....

Oha...ist das OT?

Bernhard
21.01.2011, 19:22
...die 3F zu achten, um die Leute auf die eigene Seite zu kriegen: Familia, Fatima, Futebol...
Das ist ja interessant.
Ich dachte, die 3Fs stehen für Fado, Futebol und Fatima
hat man mich da belogen?

HenryHill
21.01.2011, 21:43
Das ist ja interessant. Ich dachte, die 3Fs stehen für Fado, Futebol und Fatima
hat man mich da belogen?

hi b,
ich glaub' nicht, weil eigentlich liegen diesem volkesmund ja urspruenglich sehr viele ffff's zugrunde:

fatima, finanças fodidas, futurologia fatal, futebal, fado, falidos/falidas ...


Oha ... ist das OT?


hmm, besser waere es jetzt sicher gewesen deiner interessanten beschreibung zum entspannten fluchen ein passendes, praktisches bsp hinzu zu fuegen; some things about those fucking, dirty blacks from my hometown-bairro will do;-)

greezzz
henry

Tatuzinho
21.01.2011, 22:56
Ach Henry, so doch nicht, mein Hirn bleibt eingeschaltet,

höchstens sooooooo:

YouTube - Fluchen auf Schweizerdeutsch (http://www.youtube.com/watch?v=NvrNZ4nOXwc)