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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Generalstreik in Portugal - Auswirkungen


Trofense
23.11.2010, 22:02
Am 24.11.2010 ist großer Generalstreik in Portugal .

Mit welchen negativen Auswirkungen rechnet ihr für euch ?

Wie habt ihr euch darauf vorbereitet ??: :mad:

Maximus
23.11.2010, 22:19
Solange die Multibancoautomaten nicht streiken, ists mir egal ob sonstwer streikt:

lg
m

algharb
23.11.2010, 23:21
Heißt das, dass ich am Mittwoch nicht einkaufen gehen kann?

K.P.
24.11.2010, 07:57
Am 24.11.2010 ist großer Generalstreik in Portugal .

Mit welchen negativen Auswirkungen rechnet ihr für euch ? :mad:

Lustig, dass in deiner Frage eine Alternative gar nicht vorkommt: dass sich der deutsche Migrant mit den portugiesischen Werktätigen solidarisiert. Hoch die internationale Solidarität!

Tano
24.11.2010, 14:55
ich hab in portugal schon so viele streiks aller berufsklassen erlebt und alle waren nicht sonderlich bedrohlich sondern eher "unterhaltsam" und lehrreich bis lustig (z.B. PSP-Streik 2000 mit polizisten in unterhosen auf den strassen und wattebäuschen in den Holstern). der generalstreik wird ablaufen mit dem üblichen öffentlichen ringelpitz mit tralala plus trillerpfeifen und rasseln dazu jede menge gröhlerei auf den strassen der grossen städte. auf den bahnhöfen werden die üblichen dummpfies rumstehen und warten auf den geier weiß was spielen. Am abend sind alle besoffen gehen nachhause und bringen wird es nichts bis garnichts... Aber ihren "Spass" werden viele gehabt haben, verhungern wird adhoc niemand und müll liegt immer irgendwo rum, auch wenn nicht gestreikt wird.

cool wäre auf jeden fall, wenn der strom für 24 abgeschaltetet werden würde. dann wird der portugiese wieder zum portugiesen, stellt sein grillzeugs und die plastiktüten voller sardinen vor die tür, stimmt die klampfe und spielt auf der quetschkommode, macht das, was er eh gerne macht - sich einen anballern, singen und auf den strassen tanzen. nachts wird ein funzel- und feuerzauber veranstaltet und alle haben das gefühl, das mal wieder ein geiler event gewesen ist. hab ich sowohl in LX als auch auf den Dörfern -zig mal erleben dürfen...

die einzigen, die miesepetrig rummuffeln sind die üblichen Verdächtigen unter den Touris und den besserwisser-resis aus klugscheisshausen...

Leute, - macht das beste aus den tag und vor allem !!! man könnte sich ja bei der gelegenheit auch mal in Solidarität üben und presenz zeigen. Das schafft mitunter Freunde und Akzeptanz... also nicht die schlechteste Alternative für touris und resis, den Tag zu verbringen ...

`n bischen plündern und brandschatzen wär das Sahnehäubchen par excellence ... wer´s braucht ....:bussi: ( war Spässken nur ...:p)

Die internationale Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker (hat Che gesagt)

MichaelZ
24.11.2010, 15:35
Tjo, der Streik dürfte ein klarer Schuß ins Knie sein, wie schon erwähnt..bringt nix, eher schädlich, da damit spätestens am Donnerstag auch dem größten Burro klar sein dürfte, daß die meisten Trabalhadores in den größeren Betrieben eh nichts Erwähnenswertes produzieren.

Die kleinen Produktiven arbeiten eh, also dürfte sich der Schaden gegen 0 bewegen.

Raporsa
24.11.2010, 16:12
Hier noch einige Informationen zu den momentanen Auswirkungen des Streiks:

Generalstreik legt Portugal teilweise lahm | FTD.de (http://www.ftd.de/politik/international/:generalstreik-legt-portugal-teilweise-lahm/50198015.html)

Rps

Jota
24.11.2010, 17:18
Lustig, dass in deiner Frage eine Alternative gar nicht vorkommt: dass sich der deutsche Migrant mit den portugiesischen Werktätigen solidarisiert. Hoch die internationale Solidarität!

Estou solidário! Hoje faço greve cerebral. :o

Sivi
24.11.2010, 18:10
Hier war nicht so viel los heute.
Sohn hatte Pech, Schule war nicht geschlossen, Schul- und Linienbusse fuhren auch.

Allerdings ist der Chef des Intermarché in Vila Nova de Famalicão ja wohl total durchgeknallt!
Der ist mit seinem Jeep voll auf Streikende losgerast und hat zwei überfahren.
Glücklicherweise wurden die beiden nicht all zu schwer verletzt.
Anschliessend ist er raus aus dem Auto und hat einem noch eine Waffe an den Kopf gehalten.

Hier gibts ein kurzes Video über den Vorfall:
Patrão atropela grevistas à porta do Intermarché - JN (http://jn.sapo.pt/paginainicial/pais/concelho.aspx?Distrito=Braga&Concelho=Vila%20Nova%20de%20Famalic%E3o&Option=Interior&content_id=1718990)

Trofense
24.11.2010, 18:54
[QUOTE=MichaelZ;146858]Tjo, der Streik dürfte ein klarer Schuß ins Knie sein, wie schon erwähnt..bringt nix, eher schädlich, da damit spätestens am Donnerstag auch dem größten Burro klar sein dürfte, daß die meisten Trabalhadores in den größeren Betrieben eh nichts Erwähnenswertes produzieren.

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Ich denke das ein Streik wichtig ist .
Die Politik und Industrie hat das Land durch Gier und Größenwahn mit in die
Krise gebracht , den Rest haben die Banken besorgt.

Die Bevölkerung wird weiter durch höhere Steuern und Ausgaben ausgenommen. Auf Dauer ist das keine Lösung für Portugal , ja für ganz Südeuropa aus der Krise, vor allem aus der Beschäftigungskrise zu führen !
Und in Deutschland haben wir uns doch auch schon auf den Marsch in diese Richtung gemacht, nur mault man hier lieber hinter vorgehaltener Hand :ahh:
Das Exportwunder , was keines ist, wackelt schon lange ...

MichaelZ
24.11.2010, 19:18
Ich sehe es etwas differenzierter. Die Staatsverschuldung beträgt nur etwa gut 100% vom BIP, damit noch nicht existenziell und war in den letzten Jahren vergleichsweise niedrig.

Dagegen betragen die privaten und betrieblichen Schulden etwa 230% vom BIP. Das ist schon eine etwas andere Hausnummer. Leider wurden die Kredite größtenteils nicht für Aufbau, Bildung, Investitionen usw. verwendet sondern für Konsum.

Wenn dann etwas der kühle Wind weht wird mit dieser Belastung locker ein eisiger Tornado draus.

Neulich erzählte mir doch ein Firmenbesitzer (Schuhfabrikant) hier in P, daß er überhaupt kein Problem damit hätte, wenn alles in China hergestellt werden würde. Ich war darauf etwas perplex und fragte, wie wir die Produkte dann bezahlen würden. Er meinte, ja, genauso wie jetzt, mit Geld. Ich bin schon etwas geschockt, wenn die wirtschaftliche Allgemeinbildung hier solche Auswüchse zustandebringt.

Trofense
24.11.2010, 19:35
Es werden dringend gute Ideen für Beschäftigung benötigt !
Vinho, Urlaubsangebote und Folklore reichen da nicht :fies:
Warum soll kein Platz sein für Qualitätstextilien & Co aus Portugal ,
nur weil der Profit für die Unternehmen nicht stimmt ?

Das Thema China wird auch Deutschland noch schwer beschäftigen.
Was nützt es wenn die Chinesen nun deutsche Luxusautos kaufen ,
was bleibt davon für die Zukunft ?
China ist schon lange nicht nur im Billig- und Massensegment tätig.
Wir rüsten sie ja genug mit Fachwissen aus ........

Bin mal gespannt wann die EU endlich aufwacht.:ahh::ahh:

Mich nervt das fast alles aus China kommt und in Südeuropa die Arbeit fehlt und die Armut wieder zunimmt :o
Das Rezept vieler REgierungen - Erhöhung der Märchensteuer - das Mittel aus der Krise !?

MichaelZ
24.11.2010, 20:47
Es werden dringend gute Ideen für Beschäftigung benötigt !
Vinho, Urlaubsangebote und Folklore reichen da nicht :fies:
Warum soll kein Platz sein für Qualitätstextilien & Co aus Portugal ,
nur weil der Profit für die Unternehmen nicht stimmt ?

Nein, das ist es nicht. Portugiesen können halt nicht verkaufen. Such mal in Deutschland zB. nach portugiesischem Wein. Außer Vinho do Porto ist da wenig los. Portwein ist ja auch nur dank der Briten ein Begriff ;)
Siehe den Schuhladen, der in Feira zugemacht wurde. Hier waren nur die Produktionssklaven, Gedanken hat sich wohl vorher niemand gemacht, wie man den Laden mal erhalten könnte, gesundschrumpfen mit eigener Entwicklung, eigenem Marketing und eigenem Vertrieb usw. Deshalb stehen halt mal eben 3000 mehr auf der Straße.

Ich persönlich schaue beim Kleiderkauf hier so gut wie immer auf "Made em P." und bevorzuge die kleinen, oft privatgeführten Läden. Freundliche Bedienung, recht brauchbare Qualität, viel Zeit und die Preise sind durchwegs nicht höher als in den Centros Comerciais.


Das Thema China wird auch Deutschland noch schwer beschäftigen.
Was nützt es wenn die Chinesen nun deutsche Luxusautos kaufen ,
was bleibt davon für die Zukunft ?
China ist schon lange nicht nur im Billig- und Massensegment tätig.
Wir rüsten sie ja genug mit Fachwissen aus ........!?

Nunja, wenn mehr Fachwissen vorhanden ist wollen die Leute dort auch mehr Geld. Damit beißt sich der Hund in den Schwanz. Höherqualitative Produkte aus China sind nicht wirklich billig zu produzieren.



Bin mal gespannt wann die EU endlich aufwacht.:ahh::ahh:

Mich nervt das fast alles aus China kommt und in Südeuropa die Arbeit fehlt und die Armut wieder zunimmt :o
Das Rezept vieler REgierungen - Erhöhung der Märchensteuer - das Mittel aus der Krise !?

Hier in der Nähe hat ein Chinesen-Shoppingcenter eröffnet, wie eine loja chinesa, aber eben fast in CC-Größe. Der Kundenverkehr ist enorm, wußte gar nicht, daß es im Umkreis so viele Menschen gibt.
Leider können die sich gar nicht vorstellen, welchen wirtschaftlichen Schaden sie anrichten, wenn sie speziell hier ihr Geld für diesen Ramsch exportieren.

Erhöhung der Mehrwertsteuer bringt nur kalkulatorisch etwas, in der Realität hat deshalb niemand mehr Geld zum Ausgeben...damit gehts immer auf die Kosten vom Gesamtumsatz.
Nebeneffekt, höhere Mehrwertsteuer macht den Kauf ohne Rechnung immer interessanter.

Nassauer
24.11.2010, 21:05
Ich muss euch leider uneingeschränkt Recht geben. Ihr beschreibt die Situation recht zutreffend.Ergänzend muss ich euch auf die kreditfinanzierten Waffenexporte Deutschlands hinweisen. Beim 3. grössten Waffenexporteur werden Arbeitsplätze geschaffen, die Banken verdienen sich risikolos eine goldene Nase daran und in Laendern wie P. zieht (wieder) der Hunger ein.
Eine weitere Ursache ist die Tatsache dass sich die Tugas selbst belügen und einfach behaupten "es gibt keine Immobilienblase":Originalton Socrates von gestern.Aber der Lügner wird schon in den nächsten Tagen den Knall hören.Heute bei uns im Maklerbüro : Preissenkungen 40 - 50 % und das war noch nicht das Ende.
Letztendlich kann nur die Anpassung der imo- Preise an die Realitäet,d.h. an die tatsächliche port.Kaufkraft die hiesige Wirtschaft aus der Krise führen.
Den Banken Geld zu geben ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg.Ein Fass ohne Boden. das sollten wir aus D. wenigsten gelernt haben

Vom Streik selbst war bei uns nix zu merken.

Gruss
Nassauer

MichaelZ
24.11.2010, 21:28
Es bleibt ihm fast nichts anderes übrig als die Blase vergessen zu machen. Wenn es eine entsprechende Korrektur bei den Banken geben würde gingen hier die Lichter gleich aus.
Dazu noch die enormen Privatschulden..uff.
Vor kurzem las ich, daß in P. jeden Tag 240 Arbeitsplätze verschwinden. Als Optimist setze ich mal 50% Verschuldung an, das heißt jeden Tag 120 neue faule Kredite, da diese sicher nicht von den subsidios bezahlt werden können.

Das extreme Überangebot an Immobilien finde ich interessant, aber einen regelrechten Preisverfall konnte ich noch nicht sehen. Es heißt hier, die Banken würden die Preise künstlich hochhalten, um einer negativen Wertberichtigung zu entgehen.

Hanseat
24.11.2010, 21:40
Flüge in Hamburg gestrichen - Wirtschaftskrise: Chaos nach Generalstreik in Portugal - Politik - Hamburger Abendblatt (http://www.abendblatt.de/politik/article1706359/Wirtschaftskrise-Chaos-nach-Generalstreik-in-Portugal.html)

Es kommt näher........

Nassauer
24.11.2010, 21:59
@MichaelZ
Teile auch hier deine Einschätzung.
Aber wie wollen denn die Banken auf Dauer ohne Wertberichtigung dieses Problem lösen?
Denen brennt doch im wahrsten Sinne des Wortes der Kittel:

1.Der Preis der Imos fällt ständig !
Der Marktwert liegt schon jetzt weit unter der Hypothekenbelastung.

2.Durch Arbeitsplatzverlust und Lohnsenkung enstehen jeden Tag hunderte von "faulen Krediten" die nicht mehr bedient werden koennen.

3.Die Banken finanzieren offensichtlich weitere Bauruinen.Neben unverkäufliche Imos werden weitere gebaut.

Der Dominoday ist ganz nah und jeder weis es.Die Angst geht um.Man muss den Menschen nur in die Gesichter sehen.Da braucht man sich auch nicht wundern dass jeder 5. Tuga täglich Antidepressiva nimmt.

Ich denke es ist besser wenn es heute wie morgen knallt. Dann können wir uns wenigstens an die Aufräumarbeiten begeben. Eine, wahrscheinlich die einzigste, Chance.
Denn auch nach dem Knall wird es weiter gehen,da bin ich ganz Tuga.
Hauptsache der Multibanco funktioniert dann noch.
Gruss
Nassauer

Sivi
24.11.2010, 22:03
Noch schlimmer als die platzende Immobilienblase finde ich mittlerweile fast schon die immer neu ausgedachten Steine, die Unternehmern in den Weg gelegt werden, um überleben zu können.

Da kämpfen kleine und mittlere Unternehmen sowieso schon lange ums Überleben, und der Regierung, sowie den Städten (die noch immer einiges selbst bestimmen können), fällt nichts besseres ein, als auch noch das letzte Schlupfloch zum auffüllen ihrer leeren Kassen zu nutzen.

Da flatterte uns z.B. ein Brief ins Haus, in dem es hiess, dass wir unerlaubte Werbung machen und von nun an xx zahlen sollen, wenn wir unser Firmenschild weiter an der Firma lassen wollen, auch wenn dort nur der Name stand, ohne sonstige Angaben, was wir machen, wie wir zu erreichen sind etc.
Natürlich bekamen nicht nur wir dieses Schreiben, sondern alle Firmenbetreiber.
Direkt danach haben zwei Firmen dicht gemacht, es war für die Inhaber der Tropfen, der das Fass überlaufen liess.
Beide wollen sich unabhängig voneinander nun in Angola versuchen, eine neue Existenz aufzubauen.
(Übrigens sind ausgerechnet Anwälte von dieser Abgabe befreit, diese dürfen ihre Existenz ohne Abgabe verkünden. Einen von ihnen werden wir wohl kontaktieren, denn auch wir streiken in diesem Fall)

In Gaia soll nun jeder Einwohner eine Abgabe für den Zivilschutz leisten, mindestens 10 Euro pro Jahr, wahrscheinlich wird es aber eher mehr sein:
Gaienses terão de pagar nova taxa à Câmara - JN (http://jn.sapo.pt/paginainicial/pais/concelho.aspx?Distrito=Porto&Concelho=Vila%20Nova%20de%20Gaia&Option=Interior&content_id=1716795)

Es summieren sich die Missstände, es wird immer schwerer durch zu halten und man findet immer mehr Steine im Weg, weil der Staat und die Städte einfach nicht haushalten konnten.

Kleine Betriebe können sowieso kaum noch überleben, die mittleren merzt man nach und nach auch noch gründlich aus, nur weil man nicht weiter als bis gestern denken kann.

Firmen werden in den Ruin getrieben, offenbar ist man sich nicht bewusst, dass aus vielen nichts mehr heraus zu pressen ist.
So machen viele, die nichtmal auf maximalen Profit ausgelegt waren, zwangsläufig Pleite und es summieren sich täglich neue Arbeitslose dazu.

Maximus
24.11.2010, 23:26
Firmen werden in den Ruin getrieben, offenbar ist man sich nicht bewusst, dass aus vielen nichts mehr heraus zu pressen ist.
So machen viele, die nichtmal auf maximalen Profit ausgelegt waren, zwangsläufig Pleite und es summieren sich täglich neue Arbeitslose dazu.

Naja, es werden aber auch heftigst Steuern hinterzogen. Sowohl von Kleinunternehmern, Kneipenwirten, Taxifahrern wie auch von Großunternehmen.
Jeder bescheißt den Staat, so gut er kann. Der kann außer gelegentlichen GNR Fiscal Kontrollen an Autobahnauffahrten auch kaum etwas dagegen tun. Jedenfalls kann man port. Finanzämter nicht mit deutschen vergleichen. Da liegen Lichtjahre dazwischen was Effizienz angeht.
Was zB nur allein schon an Ferienwohnungen schwarz vermietet wird.
Hab sowieso keine Ahnung, wie die port. Kommunen haushalten. Fast gratis Müllentsorgung, keine Abwassergebühren, keine Einnahmen durch Knöllchen und Radarfallen usw. dafür aber Topstraßenbeleuchtung auch auf kleinen Feldwegen, riesige öffentliche Schwimmbäder (zB Lagos, Silves, Lagoa), umsonst Ganztagskindergärten usw.
Da sollten sich dt. Kommunen mal umschauen. bei denen läufts ja grade andersrum.

LG
M

MichaelZ
25.11.2010, 00:29
Preise hochhalten ist eigentlich recht einfach. Die Angebotspreise fallen nicht. Es geht wenig in die Zwangsversteigerungen. Einem Käufer, der zu verhandeln weiß wird ein passender Preis gemacht, der Verlust aus dem Geschäft wird vermutlich als Peanuts verbucht. So denke ich, könnte sich der Schein der hohen Werte noch etwas halten.

Zu den zusätzlichen Abgaben an die Camaras. Welche sonstigen Betriebssteuern fallen so an? Welche gehen an die Gemeinden, welche an den Staat?
In D-Land hab ich jedem Schreiben an die Gemeinde sicherheitshalber angefügt, daß ich auch gerne meine Gewerbesteuer woanders zahlen kann...wirkte eigentlich immer recht gut ;)

Die wissen natürlich, daß sich die kleineren Betriebe nicht so zur Wehr setzen können und rechnen mit "schlucken der Kröte".
Man muß sich schon etwas in die Lage der Gemeinden versetzen, denen steht das Wasser bis über die Nasenlöcher und suchen damit nach allen erdenkbaren Quellen. Zuerst kommen immer die einfachsten Opfer (die Kleineren).

Das Gesamtbild, daß die kleinen Betriebe und der Mittelstand einen Großteil der Arbeitsplätze stellen ist entsprechend verklärt, wenns ums Geldeinnehmen geht.
Ist ja in D-Land nicht viel anders.
Mein zuständiger Sachbearbeiter am Finamt sagte mir mal, am besten wäre es, wenn es die Kleinen gar nicht geben würde, die bringen fast nichts ein und verursachen die meiste Arbeit.

Daß die Leute Angst haben, ist klar. Ich denke, mittlerweile versteht ein Teil, daß Konsumkredite kein Geschenk des Himmels sind, sondern eine hohe Last, die immer schwerer zu schultern sein wird.
Zum Beispiel kann man an den Matriculas rechts im gelben Feld sehr gut sehen, wann der Kredit genehmigt wurde und wenn man dann 10 oder 12 addiert weiß man, wann der Kredit bezahlt sein sollte. Auch an der Länge des Gesichts des Fahrers läßt sich das oft erkennen...grins.

Trofense
25.11.2010, 08:47
Tatsache ist , nur mit einen Griff in die Taschen der kleinen Leute , spricht
Abgaben- und Steuererhöhung macht man keine erfolgreiche Wirtschaftspolitik und schafft Wachstum .:ahh:

Hier ein Artikel aus der Welt zum Generalstreik !

Portugal steht für einen Tag still............
Portugal steht für einen Tag still - Nachrichten Print - DIE WELT - Politik - WELT ONLINE (http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article11205262/Portugal-steht-fuer-einen-Tag-still.html)

MichaelZ
25.11.2010, 10:31
Tatsache ist , nur mit einen Griff in die Taschen der kleinen Leute , spricht
Abgaben- und Steuererhöhung macht man keine erfolgreiche Wirtschaftspolitik und schafft Wachstum .:ahh:


Absolut richtig. Aber welche Alternativen haben sie für ein paar Schnellschüsse, um die Schuldzinsen nicht explodieren zu lassen?

Btw, gibt es eigentlich Erhebungen zur Produktivität in P.?
Ich habe mal gelesen, daß ein deutscher Landwirt eine etwa dreifache Produktivität eines portugiesischen Landwirtes haben soll. Wobei der deutsche Bauer deutlich weniger als das Dreifache verdient. Wenn dieses in mehreren Branchen ähnlich sein sollte, wundert mich nichts mehr.

K.P.
25.11.2010, 11:05
Estou solidário! Hoje faço greve cerebral. :o

Nicht vergessen, heute den Betrieb wiederaufzunehmen. (Was natürlich auch für die kämpfende Avantgarde der portugiesischen Arbeiterklasse gilt.)

Hanseat
25.11.2010, 12:15
Absolut richtig. Aber welche Alternativen haben sie für ein paar Schnellschüsse, um die Schuldzinsen nicht explodieren zu lassen?

Btw, gibt es eigentlich Erhebungen zur Produktivität in P.?
Ich habe mal gelesen, daß ein deutscher Landwirt eine etwa dreifache Produktivität eines portugiesischen Landwirtes haben soll. Wobei der deutsche Bauer deutlich weniger als das Dreifache verdient. Wenn dieses in mehreren Branchen ähnlich sein sollte, wundert mich nichts mehr.


vielleicht kann das Video helfen um die Lage etwas besser zu verstehen :

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/14/0,3672,8146254,00.html

HenryHill
25.11.2010, 12:39
Btw, gibt es eigentlich Erhebungen zur Produktivität in P.?

hi,
gibt es; schau' evtl mal hier durch (interessant sind die pdf's von ISEG/ISA zum thema) ...

produtividade + portugal 2010 - Google-Suche (http://www.google.pt/search?hl=de&source=hp&q=produtividade+%2B+portugal+2010&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=)

produtividade + portugal - Google-Suche (http://www.google.pt/search?hl=de&q=produtividade+%2B+portugal&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=)

und nicht wundern;-)


A análise da produtividade é normalmente um primeiro passo para a análise da competitividade dos países. Se adicionarmos as compensações salariais à produtividade conseguimos calcular os custos unitários do trabalho que nos dão uma medida da competitividade-custo dos países ... Sejamos optimistas ou pessimistas, não há dúvida de que Portugal ainda tem um longo caminho a percorrer para que a eficiência da economia portuguesa se aproxime da eficiência, por exemplo, das economias espanhola e italiana.


diese observation stammt aus den jahren vor der finanzkrise- eine rel aussagefaehige untersuchung der einzelnen wirtschaftsbereiche wie service/agrar etc zum thema crescimento e competitividade em portugal findet sich in diesem pdf:

http://www.anacom.pt/streaming/sint_portugal2010.pdf?categoryId=80890&contentId=133039&field=ATTACHED_FILE

gruesse aus sintra
henry

MichaelZ
25.11.2010, 12:44
Tjo, was hilft dann?

*Mindestlohn 100€/Monat?

Revolution!

*Die Heerscharen von Funcionarios publicos auf ein vernünftiges Maß reduzieren?

Dann würde nur noch gestreikt. Wohl so gut wie jede Familie wäre betroffen.

*Aus- und Weiterbildung?

Von wem? Wer die Qualität der meisten Professores kennt, kann sich vorstellen, warum das Bildungsniveau dermaßen bescheiden ist.

*Tugas in die Wüste schicken und die Allierten räumen dann auf?

Eher nicht, da wird dann der Euro in P. abgeschafft.


Ich könnte mir mittelfristig folgendes Szenario gut vorstellen:

Alle mit Cabeça werden das sinkende Schiff mehr und mehr verlassen.
Der Rest hält sich größtenteils mit Kartoffelanbau und Fischerei über Wasser, so wie es vor dem EU-Beitritt schon war.
Die Schulden werden durch Bankrott eliminiert.
Der Euro wird wieder gegen Nationalwährung eingetauscht.
Die Löhne und Gehälter sinken extrem.
Dann könnte wieder ein Weg frei werden für neue Investitionen um in dem Billiglohnland fürn Appel und Ei produzieren zu können.

MichaelZ
25.11.2010, 12:53
produtividade + portugal - Google-Suche (http://www.google.pt/search?hl=de&q=produtividade+%2B+portugal&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=)



Danke, Henry...

uff, ist ja weitaus schlimmer als ich mir vorgestellt habe. Siehe A produtividade em Portugal optimistas e pessimistas - Expresso.pt (http://aeiou.expresso.pt/a-produtividade-em-portugal-optimistas-e-pessimistas=f530807)

Trofense
25.11.2010, 13:22
Die EU-Kommission sieht Europas Firmen im Wettbewerb mit Schwellenländern im Hintertreffen. Industriekommissar Antonio Tajani fordert von seinen Kollegen eine bessere Abstimmung. Künftige politische Vorhaben sollen die Auswirkungen auf den internationalen Wettbewerb stärker berücksichtigen....

dieser Artikel stand im Handelsblatt :

Wettbewerbsfähigkeit: EU will Industrie gegen China helfen - Politik - International - Handelsblatt.com (http://www.handelsblatt.com/politik/international/wettbewerbsfaehigkeit-eu-will-industrie-gegen-china-helfen;2645819)